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Wil: 17.05.2017
"Ich wirke im Stadtrat als Person mit einer 'grünen' Wertehaltung"
Mit der neuen Gemeindeordnung hat sich die Stadt Wil nach Stadtrat Daniel Stutz zu einer nachhaltigen Entwicklung verpflichtet.
Niklaus Jung
Stadtrat Daniel Stutz sieht auch nach gut 100 Tagen im Amt die Einarbeitung noch längst nicht abgeschlossen. Auch als erster grüner Stadtrat sieht er keinen Bedarf für neue politische Stossrichtungen. Projekte werden nach seiner Ansicht künftig wohl ganzheitlicher in Berücksichtigung ökologischer und sozialer Aspekte angegangen.

InfoWILplus.ch wollte von Stadtrat Daniel Stutz die Erfahrungen im Amt nach nun gut 100 Tagen erfahren. Daniel Stutz nimmt zu verschiedenen Themen Stellung.

IWP: Daniel Stutz, wie haben Sie Ihren Einstieg im Stadtrat erlebt? War es wie ein Sprung ins kalte Wasser oder ganz Ihren Erwartungen entsprechend?
D. Stutz: Ich habe den Einstieg sehr positiv erlebt. Die Mitarbeitenden der Stadt und insbesondere des Departements Bau, Umwelt und Verkehr BUV haben mich sehr freundlich empfangen. Die ersten Gespräche standen im Zeichen des Kennenlernens und wurden genutzt, um die Handlungsfähigkeit der Verwaltung nach dem Wechsel des Departementsvorstehers möglichst rasch wieder sicherzustellen.

IWP: Wie haben Sie die Aufnahme im Stadtrat empfunden, wo sie doch als erster "Grüner" im Team dabei sind?
D. Stutz: Durch meine bisherige Tätigkeit als Stadtparlamentarier und vor allem auch durch unsere gemeinsame Kommissionsarbeit kannten mich die Stadträtinnen und Stadträte schon. Ein Kennenlernen hat sich dadurch erübrigt. Ich wurde herzlich empfangen und habe meinen Platz in der Stadtregierung schnell gefunden. Dort wirke ich als Person mit einer „grünen“ Wertehaltung. Dass die Städte in der Schweiz grüner werden entspricht einem aktuellen Trend. Mit der neuen Gemeindeordnung hat sich auch die Stadt Wil zu einer nachhaltigen Entwicklung verpflichtet.

IWP: Wie verlief Ihre Einarbeitung in die vielfältigen Bereiche Ihres Departements? Was stand im Vordergrund. Wo drängten erste Entscheidungen?
D. Stutz: Die Einarbeitung ist immer noch im Gange. Die Themen im BUV sind sehr vielfältig und bevor man sich in die Details stürzt ist es von Vorteil, wenn man die Auslegeordnung macht und sich einen Überblick über die Aufgabengebiete verschafft. Neben der Mitarbeit im Stadtrat stand die Tätigkeit der Baukommission im Vordergrund, der ich als Präsident vorstehe.

IWP: Das Pensum in Ihrem Departement war schon früher Thema als zu klein bemessen. Können Sie aus Ihren ersten Erfahrungen dies bestätigen? Genügen die Stellenprozente in den verschiedenen Bereichen?
D. Stutz: Tatsächlich leiste ich zur Zeit zusätzlich zu meinem 60% Stadtratspensum einiges an „Überstunden“, um das Amt meinen Anforderungen entsprechend ausüben zu können, und damit auch den Erwartungen der Wilerinnen und Wiler gerecht zu werden. Ich will mich nicht beklagen, denn die Ausgangslage war mir schon vor der Wahl bekannt.

Über die für eine erfolgreiche und zielführende Verwaltungstätigkeit notwendigen Kapazitäten (Anzahl Stellen) im BUV erhoffe ich mir Erkenntnisse aus dem laufenden Organisationsentwicklungsprojekt.

IWP: In Ihrem Departement ist bekanntlich die Stelle des Stadtplaners vakant. Wie sieht der Zeitraum aus für die Neubesetzung?
D. Stutz: Die Stadt sucht weiterhin intensiv nach einem Stadtplaner. In der ersten Runde hatten wir nicht den gewünschten Erfolg.

IWP: Werden Sie als "grüner" Stadtrat die Stossrichtung in den Bereichen Umwelt und Verkehr neu definieren?
D. Stutz: Ich setze mich dafür ein, dass die Verwaltung die nachhaltige Entwicklung der Stadt zu einem attraktiven Wil vorantreiben und unterstützen kann. Dazu braucht es keinen neuen Auftrag und keine neuen Stossrichtungen. Grundsätzlich werden Projekte künftig wohl ganzheitlicher angegangen, sodass ökologische und soziale Aspekte nicht mehr vergessen gehen.

IWP: In Ihren ersten Stellungnahmen z.B. Parlament konnte man feststellen, dass sie nicht mehr einfach auf die Positionen ihrer Parteikollegen einschwenken. Werden Sie den Kurs der eigenständigen Politik weiterhin halten?
D. Stutz: Es gehört zu meiner Aufgabe im Parlament die Geschäfte (in der Regel aus dem BUV) zu vertreten, die der Gesamt-Stadtrat zur Traktandierung im Parlament verabschiedet hat. Ich vertrete dann die Position des Stadtrats. Auf der anderen Seite ist es die Aufgabe des Stadtrats, Aufträge aus dem Parlament umzusetzen.

IWP: Welche Projekte stehen in Ihrem Departement aktuell im Vordergrund der Bearbeitung? Sind erste Legislaturziele schon definiert?
D. Stutz: Zweifelsohne gehört die Nutzungsplanung mit dem neuen Baureglement zu den wichtigen Projekten, die wir aktuell bearbeiten. Die Legislaturziele liegen im Entwurf vor.

IWP: Eine politische Frage zum Abschluss: Werden Sie am 21. Mai der Energiestrategie des Bundes zustimmen?
D. Stutz: Für mich waren auch die anderen Fragen politischer Natur.
Ich werde dem Energiegesetz am 21. Mai mit Überzeugung zustimmen. Es leistet einen wichtigen Beitrag zur Umsetzung der Energiestrategie 2050.
Daniel Stutz: "Ich setze mich dafür ein, dass die Verwaltung die nachhaltige Entwicklung der Stadt zu einem attraktiven Wil vorantreiben und unterstützen kann".
Daniel Stutz: "Ich setze mich dafür ein, dass die Verwaltung die nachhaltige Entwicklung der Stadt zu einem attraktiven Wil vorantreiben und unterstützen kann".