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Wil: 19.05.2017
Sie stellten das Projekt MINT Partnerschaften (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) vor. v.l.: Jacqueline Brunner, Gruppenleiterin Ausbildung STIHL; Joachim Zappe, Geschäftsführer STIHL; Prof. Dr. Titus Guldimann, PHSG) und Eva Brunner, Schulleitung Klosterschule St. Katharina.
Sie stellten das Projekt MINT Partnerschaften (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) vor. v.l.: Jacqueline Brunner, Gruppenleiterin Ausbildung STIHL; Joachim Zappe, Geschäftsführer STIHL; Prof. Dr. Titus Guldimann, PHSG) und Eva Brunner, Schulleitung Klosterschule St. Katharina.

Die beiden Schülerinnen vom Kathi erarbeiteten mit den Erstjahr-Lehrlingen von STIHL die erste Arbeit, das bekannte Spiel "Vier gewinnt".
Die beiden Schülerinnen vom Kathi erarbeiteten mit den Erstjahr-Lehrlingen von STIHL die erste Arbeit, das bekannte Spiel "Vier gewinnt".

MINT-Partnerschaften - Schule und Wirtschaft verbinden
Proaktiv will die Pädagogische Hochschule St. Gallen (PHSG) verstärkt das Interesse der jungen Menschen für Mathematik, Informatik und Technik wecken.
Niklaus Jung
Die Firma STIHL wurde seitens der PHSG als passender Industriebetrieb ausgewählt für eine MINT-Partnerschaft. Dr. Titus Guldimann, Prorektor an der PHSG, legte bei der Wiler Partnerschaft Wert darauf, insbesondere Mädchen für technische Berufe zu gewinnen, was sich mit der Mädchensekundarschule St. Katharina bestmöglich umsetzen liess. Für drei Jahre vorerst läuft die MINT-Partnerschaft mit der Firma STIHL. Die Einführung der Schülerinnen in der professionell eingerichteten Lehr-Werkstatt bietet optimale Voraussetzungen.

Am Dienstagmittag fand im Schulungsraum der Firma STIHL die Vorstellung der MINT-Partnerschaft statt. Unter MINT-Partnerschaft versteht sich die betonte Nähe zu technischen Bereichen. MINT ist die Abkürzung von "Mathematik- Informatik - Naturwissenschaften - Technik". Bereits vor rund vier Jahren lancierte die PHSG das Projekt MINT-Partnerschaft zwischen Industrie, Schule und PHSG. Auf dem Platz Wil läuft nun mit der Firma STIHL und der Klosterschule St. Katharina ein Projekt über drei Jahre, die Schülerinnen vor allem für technische Berufe zu begeistern. Prorektor Guldimann gab sich erfreut, wie er nicht nur bei STIHL, sondern auch beim Kathi Wil nach kurzen Anfragen Zustimmung erhalten habe.

Schule und Industrie verkuppeln
Titus Guldimann, Prorektor an der PHSG, wies darauf hin, dass technische Berufe im Vergleich noch immer deutlich weniger Zulauf hätten. Mit den MINT-Partnerschaften strebten sie an, bereits in den Schulen das Interesse an technischen Berufen zu wecken. Mit den Partnerschaften gewinnen nach Guldimann auch die Unternehmen selber, wenn sie einfacher zu interessierten Berufsleuten kommen.

Die bereits initiierten Partnerschaften seien soweit ohne Probleme angelaufen. Die Anfrage bei der Mädchensekundarschule hat nach Guldimann einen ganz bestimmten Grund, vor allem Mädchen für technische Berufe zu gewinnen. Beim Kathi, sie versteht sich als musisch orientierte Schule, habe man nach kurzer Bedenkzeit in Anbetracht der Vorteile, sich für ein Mitmachen entschieden.

STIHL betreibt schon länger Frauenförderung
STIHL, ein Betrieb mit 850 Mitarbeitenden und Kettenlieferant in 160 Länder, legt nach Geschäftsführer Joachim Zappe auch auf die Lehrlingsausbildung grossen Wert. Die Lehrwerkstatt mit total 47 Lernenden leitet Joachim Unger als vollamtlicher Ausbilder. Zappe wies darauf hin, dass sie schon vor Jahren mit der Frauenförderung in technischen Berufen begonnen hätten. Auch im Betrieb seien 30% Frauen unter den Mitarbeitenden.

Mit der Förderung von Schnupperlehren und Schulbesuchen hätten sie das Interesse deutlich verstärken können. Allein in den letzten beiden Jahren hätten sie 168 Schülerinnen und Schülern das Werk und die möglichen Ausbildungen gezeigt. Die gute Resonanz bei den jungen Leuten habe sie bewogen, sich als Firma STIHL am Projekt "MINT macht Schule" zu beteiligen. Den Mädchen hätten sie mit dem Bau eines 3D-Druckers selbständiges Arbeiten ermöglicht. Das aktuelle Projekt habe auch den Vorteil, dass kaum mechanisch-technische Vorkenntnisse notwendig sind. Joachim Zappe gab sich erfreut, mit der Sekundarschule St. Katharina eine längerfristige Zusammenarbeit führen zu können.

Dem Klischee, Technik ist Männersache, entgegenwirken
Eva Sutter, Mitglied der Schulleitung am Kathi wies in ihren Ausführungen auf das noch immer stark verbreitete Klischee hin, dass Frauen für fürsorgliche Tätigkeiten und Männer für körperliche, technische Arbeiten einzusetzen sind. An der Jobvielfalt würde es nicht fehlen und die Wirtschaft brauche starke Frauen. Ihrer Meinung nach geht es um die vollständige Toleranz und Akzeptanz in der Gesellschaft, dass sich jeder Mensch nach seinen Wünschen und Vorstellungen entwickeln kann, egal welchen Beruf er wählt.

Im Kathi werde Wert darauf gelegt, den Mädchen Werte mitzugeben, dass sie als Frau im Leben ihren Mann stellen könnten, egal im Beruf oder persönlichen Umfeld. Dazu gehöre, die eigene Überzeugung auf dem Weg zur Berufswahl, sich nicht von vorgefassten Meinungen einschränken zu lassen. Warum sollten sie in einem Beruf arbeiten, den sie eigentlich gar nicht möchten. Die Mädchen sollen erkennen lernen, was ihre grössten Stärken sind und wo ihre Interessen liegen, um den Platz in der Berufswelt zu finden. Im MINT-Projekt sieht Sutter eine grosse Chance, dass die Schülerinnen sich im technischen Bereich neu entdecken, dank Anleitung und passender Unterstützung.

Vorstellung in der Lehrwerkstatt
Unter Begleitung von Jacqueline Brunner, der Gruppenleiterin Berufsbildung bei STIHL, fand in der Lehrwerkstatt die Vorstellung der Arbeiten seitens der Schülerinnen mit Unterstützung der Erst-Jahr-Lehrlinge statt . Bei den Mädchen konnte unschwer festgestellt werden, wie sie engagiert an den gestellten Aufgaben arbeiteten. Dank vielfältigem Maschinenpark in der Lehrwerkstatt erhalten die Schülerinnen auch einen Einblick über die Arbeitsweise, das Tempo in den Abläufen. Vor allem sehen sie, dass auch in der Lehrwerkstatt Teile hergestellt werden, welche nachher im Betrieb Einsatz finden.

Erfreut über das grosse Interesse zeigte sich die Klassenlehrerin Corinne Brunschwiler. Dank bester Motivation seitens des Betriebes wagten sich die Schülerinnen heraus, selber Hand anzulegen. Unter Anleitung von Joachim Unger, dem Leiter der Lehrwerkstatt, bauen die Schülerinnen einen 3D-Drucker. Eine erste Schüleridee wurde mit dem Bau des Spiels "Vier gewinnt" umgesetzt.

Ein MINT-Klassenzimmer in Vorbereitung
Bei STIHL läuft bereits die Planung für eine räumliche Erweiterung der Lehrwerkstatt. Darin könnte durchaus ein MINT-Klassenzimmer einen Platz finden, um dem Projekt noch besser zum Durchbruch zu verhelfen.
Professor Dr. Titus Guldimann, Prorektor Forschung und Weiterbildung an der PHSG: "Die Wahl auf die Mädchensekundarschule Kathi fiel, weil ich exakt Mädchen für technische Berufe begeistern will".
Professor Dr. Titus Guldimann, Prorektor Forschung und Weiterbildung an der PHSG: "Die Wahl auf die Mädchensekundarschule Kathi fiel, weil ich exakt Mädchen für technische Berufe begeistern will".

Joachim Zappe, STIHL Geschäftsführer: "Schon vor vier Jahren haben wir damit begonnen, Frauen für technische Berufe zu gewinnen".
Joachim Zappe, STIHL Geschäftsführer: "Schon vor vier Jahren haben wir damit begonnen, Frauen für technische Berufe zu gewinnen".

Eva Sutter, Mitglied Kahti-Schulleitung: "Mit der MINT-Partnerschaft können wir dem noch immer herrschenden Rollenklischee Mann-Frau entgegen wirken".
Eva Sutter, Mitglied Kahti-Schulleitung: "Mit der MINT-Partnerschaft können wir dem noch immer herrschenden Rollenklischee Mann-Frau entgegen wirken".

Joachim Unger, wirkt als Hauptamtlicher Ausbildner in der STIHL-Lehrwerkstatt.
Joachim Unger, wirkt als Hauptamtlicher Ausbildner in der STIHL-Lehrwerkstatt.

Corinne Brunschwiler,  Klassenlehrerin Kathi, zeigte sich begeistert, wie die Schülerinnen engagiert dabei sind.
Corinne Brunschwiler, Klassenlehrerin Kathi, zeigte sich begeistert, wie die Schülerinnen engagiert dabei sind.

Eine ganze Klasse vom Kathi wirkt zusammen mit den STIHL- Lehrlingen an den Projektarbeiten.
Eine ganze Klasse vom Kathi wirkt zusammen mit den STIHL- Lehrlingen an den Projektarbeiten.

Jacqueline Brunner, Gruppenleiterin Berufsbildung bei STIHL, informierte über die Arbeitsabläufe mit den Schülerinnen unter Anleitung von Lehrlingen aus dem ersten Lehrjahr.
Jacqueline Brunner, Gruppenleiterin Berufsbildung bei STIHL, informierte über die Arbeitsabläufe mit den Schülerinnen unter Anleitung von Lehrlingen aus dem ersten Lehrjahr.

Noch im ersten Lehrjahr, aber bereits ausgebildet, eine CNC Maschine selber zu programmieren und Teile nach Vorgaben herzustellen.
Noch im ersten Lehrjahr, aber bereits ausgebildet, eine CNC Maschine selber zu programmieren und Teile nach Vorgaben herzustellen.

Die Schülerinnen beteiligen sich auch an Detail-Arbeiten wie Verdrahtungen.
Die Schülerinnen beteiligen sich auch an Detail-Arbeiten wie Verdrahtungen.

Eine interessante Aufgabe erhielten die Schülerinnen mit dem Aufbau eines 3D Druckers.
Eine interessante Aufgabe erhielten die Schülerinnen mit dem Aufbau eines 3D Druckers.

Ein erste Aufgabe ist bereits gelöst mit der Herstellung des bekannten Spiels "4 gewinnt".
Ein erste Aufgabe ist bereits gelöst mit der Herstellung des bekannten Spiels "4 gewinnt".

Cornelia Bänziger von Personalabteilung STIHL, sieht mit der MINT-Partnerschaft Vorteile für das Unternehmen.
Cornelia Bänziger von Personalabteilung STIHL, sieht mit der MINT-Partnerschaft Vorteile für das Unternehmen.

Trotz bestem Maschinenpark ist der Schraubstock noch eine wichtige Ausgangslage in der Lehrwerkstatt.
Trotz bestem Maschinenpark ist der Schraubstock noch eine wichtige Ausgangslage in der Lehrwerkstatt.

Die Hebelpresse im Kleinformat stellte der Lehrling als erste Aufgabe, ohne jegliche Maschinenhilfe, bzw. am Schraubstock und mit Handwerkzeug her.
Die Hebelpresse im Kleinformat stellte der Lehrling als erste Aufgabe, ohne jegliche Maschinenhilfe, bzw. am Schraubstock und mit Handwerkzeug her.