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Zuckenriet: 12.08.2017
Als wahres Schmuckstück präsentiert sich das Hochbeet dort, wo früher der Sandkasten aktuell war.<br>
Als wahres Schmuckstück präsentiert sich das Hochbeet dort, wo früher der Sandkasten aktuell war.


Wie aus dem Sandkasten ein Hochbeet wurde
Abschlussarbeit Oberstufenschule Sproochbrugg, Folge 7, Severin Kretz, Zuckenriet
Vroni Krucker
Severin Kretz lernt den Beruf des Gartenbauers bei der Firma Oswald in Sitterdorf und hat in diesem Sinn ein exklusives Kräuter-Hochbeet gestaltet, er wurde mit dem 3. Platz belohnt.

«Was errichte ich an dem Platz, wo der Sandkasten mal stand? Gestalte ich einen Sitzplatz, ein Hochbeet, einen Pool oder nur Rasen?» Diese Fragen stellte sich der junge Mann zu Beginn seiner Arbeit. Weil er sehr gerne frische Kräuter geniesst, entschloss er sich dann für ein Hochbeet. Von seiner Lehrfirma und weiteren Personen, vor allem seinen Eltern, durfte er wertvolle Unterstützung erfahren. Zuerst aber wurde der Sandkasten demontiert und die darunterliegenden Steinplatten ausgehoben.

Hält die Garagendecke
Es war ein hartes Stück Arbeit, viele Wege mit dem Schubkarren und Begeisterung für das Vorhaben notwendig, um dieses zu verwirklichen. Für die Kieskofferung musste 20cm tief gegraben werden. Der Abstand zur darunterliegenden Garagendecke beträgt 60 cm, dies sollte die Belastung aushalten. Kies wurde in den Graben gekippt und mit Hilfe einer Vibroplatte plattgedrückt. Vater und Sohn suchten die richtigen Steine für das Hochbeet und entschieden sich für den «Santuro» Spaltstein-Mauerstein. Dieser ist einseitig gespalten, grau-schwarz und 15 cm breit.

Pneubagger und Traktor
Die vom Onkel ausgeliehenen Big Bags konnten im Lehrbetrieb mit 4-8mm Splitt, Humus oder feiner Erde gefüllt werden. Das schwere und sperrige Material führte ein hilfsbereiter Baggerfahrer der Firma Schlauri und Holenstein nach Hause. Zudem hievte er alle Steine über das Geländer, was dem jungen Mann mühselige Schubkarrenarbeit und viel Zeit ersparte. Das Mischverhältnis von Zement - Splitt lautet 1:3 und wurde nach «Gefühl» mit Wasser gemischt.

Anspruchsvolle Ecken
Zur Stabilisierung der Anlage war eine Schalung notwendig. Dann begann das Setzten der Steine, wobei die Ecken am schwierigsten waren. Die Steine mussten gespalten werden, das hiess, mit einem Flachmeissel aus Eisen und einem Hammer bearbeiten und in eine natürliche Form bringen. Wichtig: die erste Schicht musste absolut «blei» sein, die Luftblase in der Wasserwaage also genau zwischen den beiden Strichen in der Mitte. Mit einer Nassfräse wurden die «normalen» Steine im Winkel von 35° und 17° zugeschnitten. Anschliessend konnte mit sechs Lagen eine sehr schöne Mauer nach Wunsch gebildet werden. Die übrig gebliebenen Steine verwendete Severin für eine zusätzliche kleine Rondelle, und so entstand eine sehr schöne Anlage.

Anpflanzen
Nach dem Trocknen hiess es Grasnarben einfüllen, darüber Humus. Viele Schubkarren mit Material transportierte der junge Mann zum «Bauplatz». Nach Regen und Schnee war alles um 10cm eingefallen. So mussten nochmals unzählige Kübel Erde angeschleppt und eingefüllt werden. Schon während dieser Arbeit machte sich Severin Gedanken, was er in diesem Beet pflanzen möchte: Gewürze, Blumen Früchte, exotische oder einheimische Pflanzen, einjährige oder mehrjährige? Zusammen mit seinem Lehrmeister entschied er sich für Kräuter und Blumen, die verlangten zum Gedeihen Kompost.

Eine Augenweide
Das «Bett» für Schnittlauch, Origano Dost, Rosmarin, Orangenthymian, Basilikum, Ananasalbei, Petersilie, Gartenhortensien, Petunien usw. war bereit und wurde sorgfältig bepflanzt. Dabei musste auch beachtet werden, das zum Beispiel Schnittlauch und Peterli nicht nebeneinanderstehen dürfen. Die meistgebrauchten Kräuter sollten zudem auf der Hausseite sein. Zum Schluss wurde eine Schicht Rindenmulch zugegeben, um das Austrocknen zu verhindern und dem Ganzen einen «Schönheitskick» zu verleihen. Das Beet entpuppte sich als wahre Augenweide.

Kräuterkunde und Fazit
Sehr sorgfältig und ausführlich sind in der schriftlichen Arbeit die gepflanzten Kräuter, ihre lateinischen und deutschen Namen, Wirkung und Heilkraft, Erntezeit und Verwendung beschrieben – wertvolle Pflanzenkunde für den Alltag. «Mir gefällt es besonders gut, mit Naturmaterialien zu arbeiten», betont der künftige Gartenbauer. Eine Mauer aus Steinen zu errichten war für ihn eine grossartige Erfahrung. Speziell hat ihn das Interesse seines Lehrmeisters und dessen Gattin gefreut, die das Endprodukt bestaunt haben.

Zur Verstärkung wurde eine Holzschalung errichtet.<br><br><br><br><br><br><br><br><br><br><br><br><br><br><br>
Zur Verstärkung wurde eine Holzschalung errichtet.
















Schaufel und Schubkarrern waren tagelang in Aktion.<br><br><br><br><br><br><br><br><br><br><br><br><br><br>
Schaufel und Schubkarrern waren tagelang in Aktion.















Die Big Bags konnten mit verschiedenem Material gefüllt werden.
Die Big Bags konnten mit verschiedenem Material gefüllt werden.

Zusätzlich baute Severin Kretz ein Modell für die Ausstellung in der Sproochbrugg.<br>
Zusätzlich baute Severin Kretz ein Modell für die Ausstellung in der Sproochbrugg.


Der Sandkasten ist weg
Der Sandkasten ist weg

Die Arbeitsgeräte sind bereit
Die Arbeitsgeräte sind bereit

Der Platz für das Beet ist ausgehoben
Der Platz für das Beet ist ausgehoben

Wertvolle Hilfe brachte der Bagger
Wertvolle Hilfe brachte der Bagger

Das Hochbeet wächst....
Das Hochbeet wächst....

....und zeigt sich nach harter Arbeit im "Rohbau".
....und zeigt sich nach harter Arbeit im "Rohbau".

Verschiedenste Küchenkräuter finden ebenso Platz....
Verschiedenste Küchenkräuter finden ebenso Platz....

....wie Gemüse- oder Salatsorten.
....wie Gemüse- oder Salatsorten.