iwp logo infowilplus.ch  
Orte
Spezial
Uzwil: 15.02.2017
Die Glatt frass sich links unter dem Wald in die Deponie. Mit einem Naturverbau als Sofortmassnahme wurde die Erosion gestoppt. Die definitive Verbauung steht bevor.<br>Quelle: Markus Schwizer
Die Glatt frass sich links unter dem Wald in die Deponie. Mit einem Naturverbau als Sofortmassnahme wurde die Erosion gestoppt. Die definitive Verbauung steht bevor.
Quelle: Markus Schwizer

Deponie vor Fluss schützen
Die Deponie in Niederglatt selber würde ohne die Kräfte des Flusses keine Sorgen bereiten.
gk
Wasser wirkt mit grossen Kräften. Auch an der Glatt. Dort hat der Fluss das Ufer erodiert und sich einer alten Deponie genähert. Sofortmassnahmen sind umgesetzt, die definitive Verbauung steht bevor. Auch Uzwil wird sich daran beteiligen.

2015 stellte man fest: Die Hochwasser an der Glatt haben die Ufer teils massiv erodiert, Bäume stürzten in den Fluss. In der Natur der ganz normale Lauf der Dinge. In Niederglatt gleichzeitig ein Problem. Denn: Eine alte Deponie reicht dort nahe ans Ufer der Glatt. Die damaligen Hang-Sicherungen der Deponie genügt gegen die Naturgewalten des Flusses nicht. Mit Sofortmassnahmen wurde 2015 die Erosion gestoppt. Dazu wurden vor Ort Tannen gefällt, an den Uferrand gelegt und mit Stahltrossen verankert. Dort sank die Fliessgeschwindigkeit des Flusses und zwischen den Ästen entstanden wie gewünscht Auflandungen. Wer heute durchs Gelände geht, sieht ein intaktes, natürliches Ufer.

Deponie nicht sanierungsbedürftig
Die Deponie in Niederglatt selber würde ohne die Kräfte des Flusses keine Sorgen bereiten. Der Deponiekörper ist stabil. Schädliche Auswirkungen auf die Umwelt sind nicht feststellbar. Der Bericht der Fachleute fasst das so zusammen: «Der Sickerwassereintrag in die Glatt, die vorhandene Rekultivierung, die Stabilität des Deponiekörpers selber und die mutmassliche Deponiegassituation können demgegenüber eindeutig als nicht sanierungsbedürftig taxiert werden.» Ohne äussere Einflüsse wären an der Deponie keine Massnahmen erforderlich.

Der Konjunktiv hilft aber nicht. Die Glatt gibt es, sie ist dort. Deshalb starteten parallel zu den Sofortmassnahmen die umfangreichen Abklärungen für definitive Massnahmen. Im Lead dort ist die Gemeinde Oberuzwil als Standortgemeinde. Auch Bund und Kanton wirken mit, der Bund entscheidet schlussendlich über die Art der Sanierung. Einerseits wegen der Deponie. Anderseits auch, weil das Gebiet ein Auenschutzgebiet von nationaler Bedeutung ist. Die favorisierte Sanierungs-Variante geht davon aus, das Ufer einseitig im Bereich der Deponie hart zu verbauen und gleichzeitig mit Buhnen – rechtwinklig in den Fluss reichende Vorsprünge – die Fliessgeschwindigkeit im kritischen Bereich zu reduzieren.

Die Sanierung dürfte rund eine Million Franken kosten, der Bund dürfte rund 40 Prozent der Kosten tragen. Einen spürbaren Teil der Restkosten wird die Gemeinde Uzwil zu tragen haben. Der Kostenteiler wird schlussendlich vom Kanton verbindlich festgelegt.

Entwicklung des Abfallwesens
Nach dem Zweiten Weltkrieg wuchsen die Abfallberge. Die zunehmende Wohlstandsgesellschaft mit ihrem konstanten Wirtschaftswachstum seit den 1950er Jahren hinterliess ihre Spuren. Die Entwicklung der Abfallbeseitigung in der Region widerspiegelt die Situation in der gesamten Schweiz. Diese war bis Mitte der 1960er Jahre von «wilden» bzw. unkontrollierten Deponien geprägt. Darauf folgte eine zweite Phase: Die der «ordentlichen» bzw. kontrollierten Deponie von Abfällen.

Uzwils Weg damals hatte durchaus Pioniercharakter. Die Gemeinden der Region arbeiteten unter Uzwiler Federführung zusammen. 1958 ging die Kehrichtvermahlungsanlage in Niederuzwil in Betrieb. Die Firma Bühler schenkte der regionalen Vereinigung für Kehrichtverwertung die selber entwickelte Anlage und finanzierte den Versuchsbetrieb. Der Kehricht wurde versuchsweise eingesammelt, dann in der Anlage vermahlen. Nicht kompostierbare Teile wurden ausgesiebt – etwa ein Siebtel des Volumens.

1965 wurde die Kehricht- und Sperrgut-Abfuhr in der ganzen Gemeinde eingeführt. Der damals weitgehend organische Abfall wurde kompostiert und in den natürlichen Kreislauf zurückgebracht. Qualität und Absatz des Kompostes waren gut. Dieses Verfahren reduzierte den Bedarf an Deponien. Nur noch das Sperrgut und die ausgesiebten Stoffe mussten geordnet deponiert werden. Das geschah zwischen 1964 und 1971 für die Region in Niederglatt.

Erst später löste dann die Kehrichtverbrennung die Abfallentsorgung nach heutigen Standards. Die komplexere Zusammensetzung des Abfalls – Stichwort Kunststoffe – beendete in den 1970er Jahren die als Erfolg versprechend beurteilte Abfall-Kompostierung abrupt. Nicht nur in Uzwil.

Die regionale Entwicklung der Abfallbeseitigung widerspiegelt die Situation in der
gesamten Schweiz.


Uzwil in der Pflicht
Die Deponie in Niederglatt wurde damals von der Gemeinde Uzwil für die Region betrieben. Und als damalige Betreiberin ist die Gemeinde Uzwil nun in der Pflicht. Die Gemeinde Oberuzwil hat bereits finanzielle Mittel für die anstehende definitive Sanierung zurückgestellt. Der Uzwiler Gemeinderat sieht das im Rahmen des voraussichtlich positiven Rechnungsabschlusses 2016 ebenfalls vor.

WEITERE THEMEN
Kulturelle Vielfalt der Region zeigen

Im Frühling 2018 findet in der Region eine Woche der Kultur statt: Alle Kulturschaffenden der 21 Gemeinden aus dem Thurkultur-Gebiet – dazu gehört auch Uzwil – sind eingeladen, ihre Werke und Leistungen einem breiten Publikum zu präsentieren.

Man darf das Kind ruhig beim Namen nennen: Die Region von Aadorf bis Zuzwil, kurz von A bis Z, ist reich an kultureller Vielfalt. Diesen Reichtum wollen die Organisatoren der «Kulturbühne 2018» sichtbar machen und laden alle Kulturschaffenden der Thurkultur-Gemeinden ein, Teil dieser Kulturbühne zu sein und ihr Tun und ihr Wirken zu zeigen. «Gemeinsam vielfältig» ist der rote Faden, der sich durch die Kulturbühne 2018 zieht.

Kultur breit verstanden
Egal, ob die Teilnehmer lieber einzeln ihre Werke zur Schau stellen oder ob sich Kooperationen bilden, die Musikgesellschaft mit dem Männerchor einen Sing-Abend gestaltet, bildende Künstler gemeinsam ausstellen oder ein Schriftsteller an einer Stubete aus seinem neuen Roman vorliest. «Gemeinsam vielfältig» kann frei umgesetzt werden und der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Weitere Informationen sind auf der Homepage www.kulturbuehne2018.ch einsehbar. | Thurkultur

***

Vorgestellt
Die Frauenriege STV Uzwil hat ein gesundheitsförderndes und gesundheitserhaltenes Training zum Ziel. Im Mittelpunkt sind bei uns Bewegung und Spass. Unsere Turnstunden bestehen aus Ausdauer, Kraft, Beweglichkeit, Koordination und Spiel. Die gemeinsamen Ausflüge und Anlässe dürfen bei uns auch nicht fehlen. Die Gruppe «Fit ins Alter», ab 60 Jahren, trifft sich jeden Montag von 18 bis 19 Uhr in der unteren Turnhalle vom Schulhaus Kirchstrasse in Niederuzwil. Danach turnt die Gymnastikgruppe, 40 bis 60 Jahre, in der oberen Turnhalle im gleichen Schulhaus. Weitere Auskünfte erhalten Sie auf www.stvuzwil.ch oder direkt bei Susanne Traxler, 071 951 51 62.

Die Region Uzwil bewegt – lassen auch Sie sich bewegen. Auch für Sie ist ein passendes Angebot dabei. Garantiert! | Thomas Dudli
Infos zur IG Sport und Aktuelles zu den Mitgliedervereinen finden Sie im Internet: www.ig-sport-uzwil.ch.


...und ausserdem
- Lärmige Gleisarbeiten
Die SBB führen vom 20. bis 25. Februar und dann wieder vom 15. bis 18. März in Uzwil Gleis-Unterhaltsarbeiten aus. Die Arbeiten erfolgen teils nachts bei gesperrtem Geleise. Sie verursachen Lärm.


- Kein allgemeiner Eislauf
Am Samstag, 25. Februar, führt der Eisclub Uzwil die Ostschweizer Meisterschaften im Eiskunstlauf durch. Deshalb findet dann kein allgemeiner Eislauf statt. Besuchen Sie den Anlass!


- Musigzwergli – Plätze für Kurzentschlossene
Im Februar 2017 bietet die Musikschule Uzwil wieder einen «Musigzwergli-Kurs» an. Er richtet sich an Kleinkinder zwischen 1 ½ und 3 Jahren in Begleitung eines Erwachsenen. Der Kurs findet jeweils im Singsaal der Primarschule Herrenhof in Niederuzwil am Samstagvormittag von 9.15 bis 10 Uhr statt. Kursstart ist Samstag, 18. Februar, auch ein späterer Einstieg ist möglich. Der Kurs kostet für zehn Lektionen 140 Franken. Inhalte und Ziele: singen, tanzen, Musikalität fördern, Instrumente entdecken, hören und erleben. Anmeldungen/Fragen bitte an Patrick Hilb, Musikschule Uzwil, 071 951 91 47 oder patrick.hilb@schule-uzwil.ch .

- Abstimmung vom 12. Februar
Die Uzwiler Resultate: Erleichterte Einbürgerung von Personen der dritten Ausländergeneration Ja: 1’520 Nein: 1’670 | Fonds für die Nationalstrassen und den Agglomerationsverkehr Ja: 1’863 Nein: 1’267 | Unternehmenssteuerreform III Ja: 1’259 Nein: 1’860

- Kehrichtsammlungen
Freitag in Algetshausen, Henau, Niederstetten und Oberstetten. Mittwoch in Niederuzwil. Donnerstag in Uzwil und Stolzenberg. Bitte stellen Sie Ihren Kehricht am Abfuhrtag bis 07.00 Uhr bereit.

- +++ Gezwitscher +++
«In Uzwil schlägt das Herz von Bühler» sagte CEO Scheiber im Interview zum Geschäftsjahr 2016. Und mit Blick auf die Landkarte sagt die Gemeinde jeweils: «Uzwil trägt die Industrie im Herzen.»+++ Ja, ich will: 2016 heirateten in der Gemeinde 137 Brautpaare.


- +++ Nachbarschaft +++
Die Flawiler Gemeindebibliothek erhält ein neues Kleid. In der zweiten Jahreshälfte werden dafür 1,1 Mio. Franken investiert. +++ Auch Oberuzwil senkt den Steuerfuss. +++ Flawils Stimmbürger sagen Ja zur Aufwertung des Strassenraums im Zentrum. Von den 8,6 Mio. Franken Gesamtkosten trägt die Gemeinde gut 4 Mio. Franken. +++ Oberuzwil will die Primarschule Breite sanieren und den heutigen Bedürfnissen einer modernen Schulanlage anpassen. Die Bevölkerung befindet im Mai an der Urne über einen Kredit von 6,5 Mio. Franken.



Unter vorgestellt: Die Frauenriege des STV Uzwil.
Unter vorgestellt: Die Frauenriege des STV Uzwil.