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Wil: 16.02.2017
Sportchef Daniel Zeber stellte den neuen Coach Andy Ritsch (rechts) vor, der mit einem 100 Prozent Vertrag ausgestattet sein wird.
Sportchef Daniel Zeber stellte den neuen Coach Andy Ritsch (rechts) vor, der mit einem 100 Prozent Vertrag ausgestattet sein wird.

Andy Ritsch wird neuer EC-Trainer
Der gebürtige Bündner wird am 1. Mai das Zepter beim EC Wil übernehmen.
Hermann Rüegg
Anlässlich des Meetings des Club22 stellte der neue Sportchef des EC Wil, Daniel Zeber, den neuen Headcoach der Wiler Bären, Andy Ritsch (55), vor.
Andy Ritsch: "Ich profitiere vom Netzwerk und habe auch eine Pferdepeitsche".

Zwar waren die Verträge noch nicht unterzeichnet aber die mündliche Zusage aus Spanien und ein Handschlag am vergangenen Freitag sind Garant dafür, dass der Bündner, der schon einmal für ein Jahr auf dem Bergholz wirkte, definitiv am 1. Mai das Zepter beim EC Wil übernehmen wird.

Andy Ritsch ist mit einem 100 Prozent Vertrag für vorab ein Jahr ausgestattet. Er wird als sportlicher Coach auch für den Nachwuchs verantwortlich sein und versuchen an der Nachwuchsbasis anzupacken und weiter an der Zukunft bauen, aber auch mit der ersten Mannschaft in der 1. Liga eine bessere Falle zu machen, als es dies in den letzten beiden Saisons der Fall war.

Andy Ritsch, sie kommen nach Wil zu einem Verein, der weder sportlich noch finanziell auf Rosen gebettet ist. Ist das reizvoll?
A. Ritsch: s ist eine Herausforderung und ich mag Herausforderungen. Ich kenne zwar die neue Mannschaft noch nicht, aber ich weiss, dass Wil eine gute Basis für einen Trainer bieten kann, um Ziele zu erreichen.

War das ein Prozess oder ein schnelle Entscheidung nach Wil zu kommen?
A. Ritsch: Da war eher das Zweite der Fall. Kurz vor meiner Abreise nach Spanien zu einem Kurzurlaub bekam ich aus Wil ein Telefon. Ich wollte eine Bedenkzeit von wenigen Tagen und habe dann am Telefon zugesagt.

Was gab den Ausschlag?
IA. Ritsch: ch habe in Wil eine 100 Prozent-Anstellung mit klar definierten Aufgaben und der Verantwortung für den ganzen sportlichen Bereich. Ich bin nicht einfach Headcoach einer ersten Mannschaft, sondern auch zuständig für den Nachwuchs, der mir besonders am Herzen liegt.

Haben sie Einfuss auf die Zusammenstellung des neuen Teams?
A. Ritsch: Bis jetzt noch nicht. Doch kann ich nun meine Beziehungen spielen lassen und glaube einige hoffnungsvolle Akteure für Wil zu begeistern.

Wie können sie dass, mit einem sehr knappem Budget?
A. Ritsch: Das ist sicher ein Handicap. Doch es gibt junge Spieler, welche vorerst sportlich vorankommen möchten und nicht nur auf das Geld schauen. Leider gibt es zu viele 1. Liga-Vereine, welche sich gegenseitig mit Geld Spieler abjagen. Doch glaube ich, dass ich als Trainer bekannt bin, Spieler an mich glauben und der EC Wil nach wie vor ein gut geführter Verein mit klaren Vorgaben ist. Auf dieser Basis können Spieler motiviert werden mitzuhelfen, dass der EC Wil wieder vorne mitspielen kann.

Gibt es genügend Spieler auf dem Markt?
A. Ritsch: Ich glaube ja, denn viele Akteure möchten den fast professionellen Aufwand in der neuen Super 1. Liga nicht auf sich nehmen und planen eher in der 1. Liga Classic eine sportliche Zukunft. Da kann ich sicher mein Netzwerk aktivieren. Das heisst aber, dass es für das Engagement eines Wunschspielers sicher sechs oder mehr intensive Kontakte mit möglichen Akteuren braucht. Für Sportchef Daniel Zeber und mich steht also eine sehr intensive Zeit bevor.

Wie ist der Stand der Dinge?
A. Ritsch: Daniel Zeber hat bis jetzt elf Zweijahresverträge abgeschlossen. Diese Spieler kenne ich noch nicht, denn ich bin ja erst eine Woche dabei. Ich werde bis Ende April meine Arbeit in Wetzikon sauber abschliessen und die freie Zeit bereits dem EC Wil widmen. Ich schätze die Zweijahresverträge sehr. Es gibt für das Trainerteam wie die Spieler die Sicherheit über zwei Jahre zu planen und aufzubauen.

Die Zielsetzungen der Vereinsleitung sind mit der klaren Playoffteilnahme nicht bescheiden. Können sie das erreichen?
A. Ritsch: Nur wenn man die Messlatte hoch legt ist man auch bereit und motiviert diese Höhe zu überspringen. Es wird sicher nicht einfach werden, aber ich hoffe, dass ich als Trainer junge Spieler motivieren kann, als eingeschworenes Team für eine gute Sache gemeinsam zu kämpfen. Mit Einsatz und Erfolg schaffen sich die Spieler auch selber eine Basis, um höhere Ziele zu erreichen.

Welches sind ihre eignen Ziele?
A. Ritsch: Dies kann ich erst definieren, wenn ich die ganze Mannschaft kenne. Was auf dem Papier steht und dann auf dem Eis abgeliefert wird sind verschiedene Paar Schuhe. Ich bin zwar ehrgeizig aber durchaus auch realistisch. Allerdings sind bessere Ranglistenplätze als in den vergangenen Jahren klar mein Ziel. Diese werden auch davon abhängen, mit welchem Team man in der kommenden Saison auflaufen kann. Ich habe immer ehrgeizige Ziele, werde aber den Blick für die Realität nicht aus den Augen verlieren.

Sind sie der Treiber und Polterer als Trainer oder der liebe Papa der Jungs.
A. Ritsch: Das müssten die Spieler beantworten. Ich versuch vorab zu motivieren und über den Dialog meine Ziele klar zu vermitteln. Ich habe zu Hause auch Pferde und brauche das die Peitsche. Den Umgang damit kenne ich also. Ritsch lacht.

Andy Ritsch persönlich
Der in Arosa aufgewachsene, gelernte Elektromonteur Andy Ritsch wohnt heute in Maienfeld. Er durchlief die Juniorenkarriere beim EHC Arosa. Auf die Saison 1979/80 hin wurde er als Verteidiger in die erste Mannschaft berufen und errang mit dem Klub gleich seinen ersten Meistertitel. Diesen Erfolg konnte er 1982 wiederholen. Er wurde mit Arosa 1981 und 1984 Zweiter, sowie 1985 Dritter der Schweizer Meisterschaft. Zusammen mit seinem Spielpartner Reto Sturzenegger gehörte zu den erfolgreichsten Schweizer Abwehrspielern jener Zeit und spielte auch über mehrere Jahre in der Nationalmannschaft.

Nach dem freiwilligen Abstieg des EHC Arosa 1986 in die 1. Liga wechselte Ritsch zum HC Lugano, mit welchem er 1987 und 1988 erneut die Schweizer Meisterschaft gewann. In der Saison 1989/90 wechselte er zum EV Zug. Von 1994 bis 1996 spielte er bei der Rapperswil-Jona Lakers, bevor er 1998 seine aktive Spielerkarriere beim EHC Chur in der NLB beendete.

Seit der Beendigung seiner Spielerkarriere betätigt sich Andy Ritsch als Trainer. Zu seinen Stationen gehörten der EV Zug (Assistent), die Rapperswil-Jona Lakers (Assistenz- und Juniorentrainer), die Schweizer U20-Nationalmannschaft (Assistenztrainer) und der EHC Chur (Cheftrainer). Nach einem Abstecher vor neuen Jahren nach Wil war Ritsch von 2008 bis März 2014 Cheftrainer bei seinem Stammverein EHC Arosa. Seit April 2014 ist er Trainer des EHC Wetzikon und nun neu beim EC Wil.

SPORT-SPLITTER
Internationales Turnier

Der EC Wil organisiert voraussichtlich im August 2017 in der IGP-Eishalle Bergholz ein internationales Turnier. Dies, um Spitzenhockey nach Wil zu bringen, den Fans etwas zu bieten und nicht zuletzt, um mit einem finanziellen Erlös das Budget aufzubessern. Voraussichtlich sind die Kloten Flyers und der EV Zug aus der Schweiz und Vitkovice aus Tschechien mit dabei. Mit einem vierten starken Team ist man noch in Verhandlung. her

22 Jahre 22er-Präsi
Rodolfo Vettiger wurde von seinen Club22-Mitgliedern geehrt und verdankt. Seit nunmehr 22 Jahren, also seit der Gründung, steht Vettiger dem Förderclub des EC Wil vor und hat schon einige Hochs und Tiefs miterlebt. Vize Peter Hirter: "Der Club22 lebt und profitiert von Rodolfo und seinem breiten Netzwerk, aber auch von seiner Motivationskunst, stets neue Mitglieder zu gewinnen. Dank ihm ist es immer wieder möglich, dass sich auch Wirtschaftskreise für den EC Wil interessieren und bereit sind, finanziell beizutragen, dass eine Zukunft geplant werden kann." Der sichtlich gerührte Rodolfo bedankte sich mit einer symbolischen Valetnins-Rose an alle und hofft, dass die kameradschaftlichen Banden des Cub22 noch lange bestehen werden. (her)

Rodolfo Vettiger bestimmt seit nunmehr 22 Jahren, also seit der Gründung, die Geschicke des Förderclub EC Wil.
Rodolfo Vettiger bestimmt seit nunmehr 22 Jahren, also seit der Gründung, die Geschicke des Förderclub EC Wil.