So, 11.11.2007
Jahrgang 8, Nr. 2872
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Kein Kulturzentrum: Die Forderungen der IG Kulturzentrum Wil 300'000 Franken Investitionen und 20'000 Franken jährlich gehen dem Stadtrat zu weit.

Zeughausareal wird nicht zum Kulturzentrum
Das provisorische Nutzungskonzept für das Zeughausareal liegt vor, nicht berücksichtigt wird die IG-Kulturzentrum mit den geforderten 300'000 Franken Investitionen.

23.11.2005, rk
Der Stadtrat hat ein provisorisches Nutzungskonzept bis Ende 2008 für das Zeughaus-areal erlassen. Es stützt sich grösstenteils auf Begehren und Bedürfnisse, wie sie seitens interessierter Kreise bis Ende August eingebracht wurden. Das Konzept eines Kulturzentrums Wil in der vorgelegten Form mit Investitionskosten für die Stadt in der Höhe von rund Fr. 300'000.-- lehnt der Stadtrat ab.

Nachdem die parlamentarische Liegenschaftenkommission im Juni dem Kauf des Zeughausareals zum Preis von 4 Mio. Franken zugestimmt hat, wurde die Liegenschaft Anfang Oktober der Politischen Gemeinde Wil übertragen. Inzwischen hat der Stadtrat ein provisorisches Nutzungskonzept genehmigt.

Im Verlaufe der vorübergehenden Nutzung von mindestens drei Jahren sollen sodann die Möglichkeiten für die langfristige Nutzung geklärt werden. Das provisorische Nutzungskonzept gründet auf den Auswertungen eines Fragenkatalogs, den Interessierte bis Ende August 2005 beim Hochbauamt der Stadt Wil einreichen konnten.

Grundsätze zur Vermietung
Im erwähnten Fragebogen wurden die Bewerberinnen und Bewerber aufgefordert, Auskunft unter anderem über Art und Länge der Nutzung, Flächenbedarf oder Bereitschaft zur selbständigen Übernahme allfälliger baulicher Investitionen zu erteilen. Das zuständige Departement Bau, Umwelt und Verkehr hat in der Zwischenzeit Grundsätze zur Vermietung definiert, welche vom Stadtrat als Richtlinie für das provisorische Nutzungskonzept gutgeheissen wurden.

So sollen namentlich kulturelle Bedürfnisse berücksichtigt werden. Der Stadtrat will damit der im April durch den Kulturverein SoundSofa Wil mit insgesamt 2386 Unterschriften eingereichten Petition „Kulturzentrum Zeughausareal“ gebührend Rechnung tragen. Freilich soll das Zeughausareal bis Ende 2008 aber auch „unter Berücksichtigung wirtschaftlicher Überlegungen“ genutzt werden. Zudem werden die Räumlichkeiten im Ist-Zustand vermietet; allfällige Anpassungsarbeiten gehen somit zu Lasten der Mieterschaft. Des Weiteren soll städtischen Departementen das Vorrecht gewährt werden. Die Mietzinssätze schliesslich sollen „marktgerecht“ ausfallen und die Bonität der Mieterschaft berücksichtigt werden.

Fünf Kategorien von Interessierten
Aufgrund der eingegangenen Rückmeldungen können die Mietinteressenten grob in fünf Kategorien unterteilt werden: Städtische Dienststellen (7 Interessenten), Gewerbe (6), Kultur (8), Freizeit (7), Allgemeine Interessenten (3).

IG Kulturzentrum fordert Raum und Geld
Überdies reichte die Interessengemeinschaft (IG) Kulturzentrum Wil ihr Gesamtkonzept eines Kulturzentrums im Zeughausareal ein, wonach insbesondere die Werkstatt und ein Teil der Lagerräume im Zeughaus 1 sowie die Räume im Nebengebäude (Nr. 5) genutzt werden wollen. Letztere würden durch die IG als Bandräume und Ateliers untervermietet. Die Werkstatt und die Lagerräume sollen als Veranstaltungsort für verschiedene Gruppierungen dienen.

Die entsprechenden Räumlichkeiten müssten durch die Stadt Wil zur Verfügung gestellt werden. Die Gesamtkosten für bauliche Investitionen werden mit rund Fr. 332'000 .-- angegeben, wovon Fr. 300'000.-- die Stadt Wil beizusteuern hätte. Zusätzlich soll die Stadt nach Auffassung der Initiantinnen und Initianten des Projekts einen Beitrag von Fr. 20'000.- an die jährlich anfallenden Betriebskosten leisten.

Bedarf seitens der Schule
Der Stadtrat lehnt das Konzept der IG Kulturzentrum nicht nur aus finanziellen Überlegungen ab, sondern weil die Nutzung durch die IG langfristig ausgerichtet ist. Mit der jetzigen Einrichtung eines Kulturzentrums wäre ein Teil des Areals zum Voraus gebunden. Für eine kurzfristige Nutzung lassen sich die vorgesehenen Investitionskosten, welche vom Stadtparlament bewilligt werden müssten, nicht rechtfertigen.

Zudem sind gerade für die Werkstatt im Erdgeschoss des Zeughauses 1 weitere Mietinteressenten vorhanden; so hat unter anderem auch das Departement Bildung und Sport allfälligen Bedarf angemeldet.

Kaum neue Bandräume gefragt
Schliesslich hegt der Stadtrat Zweifel am Bedürfnis nach zusätzlichen Bandräumen. Die Stadt Wil vermietet derzeit acht Musikräume. Berücksichtigt werden nur Bands, deren Mitglieder überwiegend Wohnsitz in der Stadt haben. Aufgrund des Ausbaus des Mattschulhauses konnte die Warteliste der Interessenten zudem reduziert werden.

Zurzeit ist keine Nachfrage von Wiler Bands vorhanden. Sollte sich dieser Trend nicht bestätigen, könnten im Untergeschoss des Zeughauses 3 rund 145 Quadratmeter als Musikräume eingerichtet werden.


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