So, 07.01.2007
Jahrgang 8, Nr. 2564
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Hackbrett und Orgel zeigte sich als sehr reizvolle Kombination.
Die versierte Organistin verwöhnte die Konzertbesucher mit beliebten, fröhlichen Melodien.

Fröhliche Tanzmusik im Gotteshaus
Die Besucher des Henauer Orgelkonzertes wurden von den musikalischen Vorträgen der international bekannten Organistin vielfach überrascht und erfreut.

16.06.2006, Vroni Krucker
Die bekannte Organistin Ursula Hauser zeigte in Henau die Orgel von einer ganz anderen Seite. Allein oder gemeinsam mit Pfarrer Georg Schmuki spielte sie fröhliche Melodien aus dem 19. und 20. Jahrhundert

Einen herrlichen Abend verlebten die – leider nicht sehr vielen – Gäste am Freitagabend in der Pfarrkirche Henau. Ungewohnte Klänge erfüllten das Gotteshaus.. Während einer Stunde entführten die Organistin und der Pfarrer nach Wien, Berlin, Paris, in die Schweiz, zu den Heinzelmännchen und ins Deutschmeister-Regiment - also auf eine musikalische Reise durch Europa.

Ursula Hausers Experimetierfreudigkeit und die Liebe auch zur leichten Muse zeigten sich im Konzert und begeisterten. Beim Zusehen wurde offensichtlich, dass sie dieses Instrument liebt und ihm alles entlockt, was irgendwie möglich ist. Alle sieht immerso locker aus, und trotzdem braucht es ein grosses Können und viel Konzentration.

Hereinspaziert
Mit dem Walzer hereinspaziert eröffnete die Musikerin das Konzert, und schon bei den ersten Takten war es mit dem Ruhigsitzen aus. Bei „Wien bleibt Wien“, „Wenn der weisse Flieder wieder blüht“, oder der „Schnell-Polka“ von Johann Strauss wäre man am liebsten mit einem flotten Tänzer durch die Kirche geschwebt – aber es bleibt eben beim „wäre“.

„Sous le ciel de Paris“ weckte vielleicht da und dort Erinnerung an einen Aufenthalt in der Stadt der Liebe, oder wie wärs mit dem Einatmen der berühmten „Berliner Luft“? Dass alles mit rechten Dingen zugeht, würde „Heinzelmännchens Wachtparade“ bestimmt sorgen.

Machtvoll klang der Deutschmeister Regiments-Marsch und lüpfig die „Steiner Chilbi“ von Jost Ribary. Nach dem Marsch „Unter dem Siegesbanner“ hatten die Gäste noch nicht genug und wollten eine Zugabe, bzw. zwei. Ursula Hauser spielte zuerst ein Melodie zum Mitpfeifen und meinte dann: „Ich blase euch jetzt noch einen Marsch, dann könnt ihr heim“.

Hackbrett, Flöte und Stimme
Als „Überraschungsmusiker“ trat Pfarrer Georg Schmuki in Aktion. „Ich habe mich überreden lassen“ meinte er, denn sonst spiele er wirklich nur für sich selbst – und das sei für ihn Erholung pur. Das Hackbrett hat er als Abschiedsgeschenk von seiner früheren Pfarrei Rorschach erhalten. Die Flöte nimmt er meistens mit auf Bergwanderung und lässt sie in den Höhen erklingen, ebenso seine warme Bassstimme.

Sollte ihm das Pfarrerleben einmal „verleiden“ könnte er sich als Hackbrettler, Flötist oder gar Jodler bewerben. Die Konzertbesucher jeden Falls zeigten sich begeistert vom musikalischen Priester, dem der Applaus fast ein wenig peinlich war. Aber „man soll sein Licht nicht unter den Scheffel stellen“ heisst es doch schon in der Bergpredigt!

Eine erfahrene, begeisterte Organistin
Ursula Hauser erhielt ihre erste musikalische Ausbildung in der väterlichen Ländlerkapelle. Ihre Studien am Konservatorium Zürich in Klavier, Schulgesang und Orgel schloss sie mit dem Konzertdiplom ab. Sie verstand und versteht es, der Orgel immer neue, interessante Aspekte abzugewinnen – und das gelingt ihr vorzüglich.

Während 27 Jahre hatte sie den Orgeldienst an der reformierten Kirche Wädenswil inne. Sie konzertierte schon auf zahlreichen Orgeln im In- und Ausland und das seit 50 Jahren. Auf etwa zehn CDs sind ihre Vielseitigkeit und ihr Mut zum Aussergewöhnlichen festgehalten.


Ursula Hauser spielt, und Georg Schmuki schaut ihr interessiert zu.
Pfarrer Georg Schmuki überraschte mit volkstümlichen Flötenklängen, einfühlsam begleitet von der Orgel.
Das Hackbrettspiel ist für den Priester Erholung von seiner intensiven Arbeit.
Das Publikum applaudierte den beiden Akteuren mit einer Standing ovation.
Bei den Organisten sind nicht nur die Händern, sondern auch die Füsse ständig in Bewegung.
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