So, 11.11.2007
Jahrgang 8, Nr. 2872
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Das Phänomen Zuwachs der Untertoggenburger Imker
Nicht weniger als 48 Frauen und Männer steigen neu in die Bienenhaltung ein

04.12.2006, Christian Jud
Entgegen dem landesweiten Trend, Rückgang der aktiven Imker, geht die Kurve im Bienenzüchterverein Untertoggenburg steil aufwärts, und von den 48 Teilnehmenden am Grundkurs ist vor Beginn des zweiten Teils niemand ausgestiegen. Rund dreiviertel von ihnen sind bereits im Besitz eigener Bienen.

Grossbesuch ist das Gütezeichen der Untertoggenburger Imker Veranstaltungen.
Das Jodelchörli Alpsteinblick aus Abtwil unter der Leitung von Christian Manser und dem Präsidium von Herbert Hollenstein überraschte die Untertoggenburger Imker.
St.Niklaus und der Schmutzli zupften die Sünder aus dem Saal.
«Die Faszination Bienenhaltung und Bienenzucht hat nichts von ihrer Attraktivität verloren», sagte Hans Züst, Präsident der Untertoggenburger Imker im Gespräch mit «Info Wil Plus» am Rande der von rund 70 Mitgliedern besuchten Winterversammlung im«Rössli» in Henau. Züst steht zugleich dem Kantonalverband vor, und auf der Suche nach den Gründen dieser schweizweit einmaligen positiven Entwicklung vermutet er:

«Wir beobachten seit Jahren, dass es die aktiven Imker sind, die neue Interessierte aus allen Schichten der Bevölkerung ausfindig machen, und ganz offensichtlich ist, dass der Faktor Kameradschaftspflege mit ein Grund ist, in unsere sinnvolle Beschäftigung einzusteigen». Als der Vorstand den Grundkurs ausschrieb, man hoffte auf ein Dutzend Anmeldungen, waren es deren 48, womit der Grundkurs in drei Gruppen geführt werden muss.

Qualität hoch halten
Im weiteren informierte Hans Züst von der Delegiertenversammlung des Zentralverbandes Verein deutschschweizer und rätoromanischer Bienenfreunde(VDRB) im bernischen Belp, wo Richard Wyss aus Appenzell zum neuen Präsidenten gewählt wurde. Ein Hauptthema war das neue Honigreglement, das umfassend vorgestellt und grossmehrheitlich genehmigt wurde, und der Präsident:

«Damit haben wir nun ein neues, zeitgemässes und von den Lebensmittelkontrollbehörden anerkanntes Instrument, das unseren Honig als ein wertvolles Naturprodukt auszeichnet». Neu ist darin auch, dass mindestens zwei Anlässe der Weiterbildung jährlich besucht werden müssen um der Qualitätsvorschrift zu genügen. Die Honigkontrolleure werden in den laufenden Wintermonaten auf das neue Reglement eingeschult und die Imker werden bis zur Honigernte 2007 bereit sein.

Aus- und Weiterbildung
«Es ist inzwischen längst nicht mehr so, dass das Wissen um die Imkerei automatisch von den Eltern auf ihre Nachkommen weiter gegeben wird und das Thema Aus- und Weiterbildung ist in der Bienenzucht und –haltung ein unentbehrliches Dauerthema», vermerkte Züst. Die über den Jahreskalender verteilten Höcks sind denn auch nicht einfach lose Zusammenkünfte im Sinne des gemeinsamen Zeitvertreibes.

Namhafte Referenten wurden bereits verpflichtet, die immer auch wieder neue Aspekte rund um das Bienenhaus und dem was sich darin tut aufzeigen. Unter anderem sind auch Standbesuche vorgesehen, «und versuchsweise eine Ideenbörse, bei der es um die Förteli geht, mit denen viele Imker sich die Arbeiten im Bienenstand oder rund um die Waben zu erleichtern verstehen», so der Präsident. Es zeige sich immer wieder, dass unter den Imkern kleine Erfinder zu entdecken wären, welche die Arbeitserleichterungen preisgeben könnten.

Bodenständige Freizeitbeschäftigung
Hierzulande wird die Imkerei kaum einmal professionell, dagegen als überaus sinnvolle und umweltnützliche Freizeitbeschäftigung mit einem Hang zum bodenständigen betrieben, und es passte denn auch gut in die Veranstaltung der Untertoggenburger Bienenzüchter, dass zur Überraschung nach dem Chlausbesuch auch das Jodelchörli Alpsteinblick aus Abtwil auftrat. Die erst vor einem halben Dutzend Jahren aus der Taufe gehobene Formation machte nicht zuletzt darin Furore, dass sie auf Anhieb vom Eidgenössischen Jodlerfest mit einem sehr gut heimkehrte.

Dirigiert wird das Chörli vom Tierzuchtlehrer und Gossauer Stadtrat Christian Manser, während Herbert Hollenstein, der frühere Küchenchef an der damaligen Landwirtschaftlichen Schule Flawil, der heute den dortigen Gastbetetrieb in eigener Regie betreibt, die Jodler präsidiert. Imker sind im Chörli aktiv dabei, «womit die Fortsetzung des einstmaligen Untertoggenburger Imkerchörli hier sozusagen seine Fortsetzung findet», wie der Präsident Hans Züst vermerkte.

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