Do, 29.03.2007
Jahrgang 8, Nr. 2645
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Mütterberatung im Gesundheitsgesetz verankern
Die Beratungen sind ob der falllenden Geburtenzahl zwar rückläufig, zugenommen hat der Zeitaufwand pro Beratung.

24.03.2007, sf
An der Delegiertenversammlung des Vereins Mütter- und Väterberatung Untertoggenburg-Wil-Gossau forderte Kantonsrätin Maria Walser als Präsidentin des Dachverbandes Ostschweiz eine Verankerung der Mütterberatung im kantonalen Gesundheitsgesetz. Die Mütter- und Väterberatung prüft zurzeit Wege, wie ausländische Eltern vermehrt zur Benützung der präventiven Beratung angehalten werden können.

Referentin Maria Walser, Präsidentin des Dachverbandes Mütterberatung Ostschweiz, und Stefan Frei, Präsident der Mütter-/Väterberatung Untertoggenburg-Wil-Gossau.
Präsident Stefan Frei zeigte in seinem Jahresbericht auf, dass die im Berichtsjahr erbrachten 6'620 Dienstleistungen gegenüber dem Vorjahr rückläufig waren. Die Dienstleistungen setzen sich aus Telefonberatungen, Hausbesuchen und Sprechstunden in den Dörfern des Vereinsgebietes zusammen. Der Grund für den Rückgang dürfte teilweise auf die auf 850 gesunkene Geburtenzahl des Jahres 2005 zurückzuführen sein.

Die Arbeit der fünf Mütterberaterinnen, welche die Beratungen im Vereinsgebiet mit insgesamt 300 Stellenprozenten erbringen, ist jedoch trotzdem nicht rückläufig, da die umfassenden und längere Zeit in Anspruch nehmenden Beratungen im Zunehmen begriffen sind.

Beratung von Ausländern verbessern
Der Vereinsvorstand beobachtet gemäss Präsident Stefan Frei mit Sorge, dass verhältnismässig wenig ausländische Eltern die Beratung benützen. Fehlentwicklungen wie z.B. eine einseitige Ernährung seien damit programmiert und würden in späteren Jahren zu erheblichen Kosten führen. Die Verbesserung der Beratung von ausländischen Eltern müsse angepackt werden, u.a. auch weil die Geburtenrate von Ausländern deutlich höher als bei Schweizer Eltern sei. Eine Arbeitsgruppe mit Suzanne Naef Thalmann, Wil, und Charlotte Hähni, Teamleiterin der Mütterberatung, prüft deshalb Wege zur Verbesserung der Beratung ausländischer Mütter und Väter.

MOBILE-Beratung gut angelaufen
Im Berichtsjahr wurden erstmals die Dienstleistungen der Beratungsstelle MOBILE angeboten. Das Ziel dieser Beratungen besteht darin, eine nachhaltig positive Veränderung in der Erziehung von Kleinkindern zu erreichen. Die Zuweisungen zu MOBILE erfolgen oft durch die Mütterberaterinnen, wenn diese sehen, dass ein Fall die Grenzen der normalen Mütterberatung sprengt und sich Erziehungsfragen stellen. Zuweisungen können jedoch auch über Kinderärzte, Sozialdienste oder Sozialberatungsstellen der angeschlossenen Gemeinden erfolgen. Im Jahre 2006 wurden 80 MOBILE-Beratungen erbracht.

Hohe Budgetgenauigkeit im 2006
Die Jahresrechnung des Vereins schloss mit einem Aufwand von Fr. 424'072.10 ab. Im Budget wurde mit Fr. 428’200.— gerechnet. Die Deckung des Aufwandes erfolgte mit Fr. 363'705.95 durch die Beiträge der Mitgliedgemeinden, welche nach Einwohnern aufgeteilt werden. Die MOBILE-Beratungen werden den Gemeinden nach den erbrachten Beratungsstunden verrechnet. Die Delegierten der Gemeinde Flawil stellten den Antrag, dass auch die MOBILE-Beratungen künftig nach der Einwohnerverteilung verrechnet werden sollen. Die Vereinsversammlung lehnte diesen Antrag klar ab. Präsident Stefan Frei sicherte jedoch zu, dass der Vorstand die Kostenaufteilung auf die Gemeinden grundsätzlich überprüfen werde.

Starke präventive Wirkung
Kantonsrätin Maria Walser, Präsidentin des Dachverbandes Mütterberatung Ostschweiz (DMO) referierte im Anschluss an die Versammlung über die künftige strategische Ausrichtung der Mütterberatung. Sie zeigte in ihrem Referat auf, dass die Mütterberatung in der Ostschweiz zwar unterschiedlich organisiert ist, dass aber die Qualität der erbrachten Dienstleistungen gemäss Umfragen von den Müttern hochgeschätzt werde. Das niederschwellige Angebot habe eine ausserordentlich starke präventive Wirkung.

Die Professionalisierung der Verbandsstrukturen auf schweizerischer Ebene und in der Ostschweiz helfe mit, um die Mütterberatung besser zu verankern und langfristig zu sichern. Als Ziel postulierte sie die Verankerung der Mütter-/Väterberatung im kantonalen Gesundheitsgesetz.

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