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| Es ist Blütezeit und Reifezeit zugleich im Katoffel- Sorten- Garten in Flawil. |
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Aufmerksam hören Kartoffelfreunde den Ausführungen von Christolph Gämperli, rechts im Bild, zu.
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Uralte Kartoffelsorten aus speziellen Herkunftsorten in Flawil gerettet
«Arbeit an Basis der Kultur» sagt der Projektleiter Christoph Gämperli Dipl.Ing.Agr.ETH
29.06.2007, Christian Jud
Rund 60 verschiedene alte und neuere Kartoffelsorten wachsen im eben eröffneten Kartoffel-Sorten-Garten heran, den die St.Gallische Saatzuchtgenossenschaft unter der Leitung von Christph Gämperli von der Fachstelle Ackerbau auf dem Gelände des Landwirtschaftlichen Zentrum in Flawil betreibt. Am Mittwoch dieser Woche wurde die Forschungs- und Vermehrungsarbeit im Beisein des Vertreters von Pro Spezie Rara den Medien vorgestellt.
Die Kartoffel war schon immer eine Pflanze der ganz besonderen Art und so abenteuerlich wie sie-die Wissenschaft einigt sich auf das Jahr 1555- einstmals aus Südamerika nach Europa kam, ist ihr Weg in die hochgelegenen Bergtäler der Schweiz. Dort vermochten sich Restbestände eigens für diese Höhen- und Klimalagen gezüchteter Sorten in die Gegenwart zu retten.
Es braucht viele dazu «Das Auffinden, untersuchen und Klassieren alter Kartoffelsorten ist eine aufwändige aber lohnende Arbeit vieler Helferinnen, Helfer, Organisationen und Instanzen», sagte Christoph Gämperli am Rande des Kartoffel-Sorten-Gartens in Flawil. Sehr viel Arbeit brachte auch hier die Schweizerische Stiftung Pro Spezie Rara, ür die kulturhistorische und genetische Vielfalt von Pflanzen und Tieren, in diese Arbeit ein.
An der Eröffnung des Sortengartens in Flawil vertreten durch Philipp Holzherr, Projektleiter Garten- und Ackerpflanzen. Auf dem Weg von der Sortensicherung über deren Befreiung von Viren, Züchtung in den Linien von F-1 bis F-3 bis zu der Bestimmung derer spezifischer Eigenschaften und dann Zucht des Saatgutes und Abgabe an die Saatgutzüchter sind unzählige Hände am Werk.
Kaum frei von Viren «Es wäre ein Glücksfall, der aber kaum einmal stattfindet, wenn eine uns zur Verfügung gestellte Kartoffelknolle frei von Viren wäre», sagte Christoph Gämperli. Das Freistellen von Viren wäre dann eine extern durchgeführte Laborarbeit, indem die Knolle im sterilen Treibhauseffekt zum schnellen Antrieb gebracht werde, und Gämperli dazu: «Indem der Austrieb aus der Kartoffel etwas schneller wächst als der Befall der Viren, können im Labor die oberen zwei Glieder des Austriebes virenfrei für die Weiterpflanzung abgetrennt werden».
Die Vermehrung bis zur Stufe F-3 geschieht unter Abschirmung der Pflanzen gegen äussere Einflüsse. Später werden die Saatkartoffeln den Züchtern ausgeliefert, und am Ende steht dann der Konsument, der zur Zeit bei Coop die drei alten Kartoffelsorten «Blaue Schweden», «Parli» und «Acht-Wochen-Nüdeli» in den Verkaufsregalen führt.
| Wiedersehen mit «Fläckler» |
Gross war mein Erstaunen auf dem Rundgang durch den sauber beschrifteten Sortenarten in Flawil, dem Kartoffelnamen «Fläckler» zu begegnen. Es dürften gut und gerne 20 Jahre her sein, als uns damals unsere Ferienfreunde aus dem Walliserdorf Ausserberg, Adolf und Edith Schmid, einen ordentlichen Sack dieser Kartoffelsorte mit der Aufforderung auf den Heimweg gaben, selbige zu pflanzen um zu sehen, ob diese uralte Bergsorte auch in der«Üsserschwiz» gedeihen könnte.
Und wie sie gedeihten, und die Überraschung war beim Ausgraben gross, als wir sahen, dass sich Mäuse entlang der Kartoffelfurche an ihnen gütlich getan haben, während sie die Knollen einer andern Sorte in der Furche nebenan unberührt liessen.
Und es gab noch eine Überraschung: Mäuse taten, was sie bei uns bislang noch nie getan haben, sie folgten auf geheimen Wegen den «Fläckler» in den Keller, und wir mussten den Kartoffelvorrat, wie das die Walliser mit ihren luftgetrockneten Speckseiten im Spycher tun, diese an der Kellerdiele aufhängen.
Inzwischen führen Orlando und Liliane Schmid den Biohof ihrer Eltern und wir dürfen ihrer Kartoffelsorte attestieren: Was Mäuse für gut finden, das muss von ganz besonderer Güte sein. Christian Jud
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| Philipp Holzherr von Pro Spezia Rara, auch er freut sich an der Kartoffelvielfalt. |
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| «Weisse Lötschentaler», auch das wie die «Fläckler» aus Ausserberg eine alte Walliser Kartoffelsorte. |
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| Farbige Kartoffeln gab es schon vor langer Zeit, als Rösti für die einen eine Delikatesse, für andere gewöhnungsbedürftig. |
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