Gemeindeentwicklung: Miteinander zum Ziel Das Projekt strategische Gemeindeentwicklung Uzwil steht vor dem Startschuss, die erste Forumsveranstaltung ist auf den 20. März angesetzt.
26.01.2007, gk Die Gemeinde Uzwil plant ihre Zukunft. Die Entwicklungsstrategie für die Gemeinde soll dabei nicht im stillen Kämmerchen entwickelt werden. Zentraler Punkt ist der Einbezug der Bevölkerung. Der Planungsprozess startet mit einer Forumsveranstaltung, zu der alle interessierten Einwohnerinnen und Einwohner eingeladen sind. Die Strategiephase soll bis im Sommer abgeschlossen sein.
Mit der Beteiligung der ganzen Bevölkerung soll die Entwicklung der Gemeinde Uzwil geplant werden.
Uzwil übernimmt zwischen den Agglomerationen St. Gallen und Wil wichtige Zentrumsaufgaben. Es ist Arbeitsplatzschwerpunkt, Lebens- und Freizeitraum sowie Einkaufsort. Die Infrastruktur ist im Lichte der Gemeindegrösse überdurchschnittlich. Die Gemeinde will nun ihre Zukunft planen, um für die kommenden Herausforderungen gewappnet zu sein.
Bewusst anderer Weg Vor gut 20 Jahren begann die Gemeinde mit der Ortsplanungsrevision. Die Planungsinstrumente wurden 1991 der Bevölkerung zur Stellungnahme unterbreitet, 1992 öffentlich aufgelegt und schliesslich 1994 vom Kanton genehmigt. Die damalige Planung beschränkte sich weitgehend auf raumwirksame Fragen. Für den Gemeinderat ist an der Zeit, die Grundlagenplanung der Gemeinde zu erneuern. Verschiedene gesellschaftliche Entwicklungen und raumplanerische Trends verlangen dies. Wegen seiner grossen Unverbindlichkeit will der Rat aber darauf verzichten, die Zukunft im Rahmen eines Leitbildprozesses anzugehen.
Ganz bewusst lanciert der Rat jetzt aber auch nicht direkt die Überarbeitung des Richtplans als ortsplanerischer Grundlagenplanung. Dies aus der Überzeugung heraus, dass nicht nur raumplanerische Fragen im Raum stehen. Ziel ist zwar, schlussendlich zu einer überarbeiteten Richtplanung – als behördenverbindliches Instrument - zu gelangen. Vorgelagert startet der Planungsprozess aber mit einer eigenständigen Strategiephase. Sie ist bewusst offen gehalten, widmet sich den Stärken und Schwächen der Gemeinde, befasst sich mit Zukunftstrends, Entwicklungspotenzialen und schliesslich mit Zielen und Aktivitäten.
Die Ergebnisse dieses übergeordneten Strategieprozesses fliessen dann in die nachgelagerte Überarbeitung des Richtplanes ein. In dieser Strategiephase will die Gemeinde insbesondere zu Erkenntnissen zu den Bereichen Wohnen / Wohnumfeld, Arbeiten / Wirtschaft, Einkauf / Versorgung, Freizeit / Erholung, Verkehr / Verbindungen sowie Raum gelangen. Dem Prozess zu Grunde liegt eine stufengerechte Mitwirkung der Bevölkerung. Sie ist zu Beginn im Rahmen der Strategiefindung gross, nimmt naturgemäss mit der Konkretisierung der Massnahmen ab.
Bevölkerung, Beirat und Gemeinderat Das Strategieprojekt kennt verschiedene Akteure. Die Bevölkerung ist eingeladen, an der ersten Forumsveranstaltung vom 20. März 2007, 19.30 Uhr, Gemeindesaal, mitzuwirken. Thema dieser Forumsveranstaltung sind die Stärken und Schwächen der Gemeinde und mögliche Massnahmen aus Sicht der Bevölkerung.
Die Forumsveranstaltung steht allen interessierten Einwohnerinnen und Einwohnern offen. Sie ist so gestaltet, dass alle ihre Anliegen rund um die Gemeinde und ihre Entwicklung unkompliziert und einfach einbringen können. Diese – hoffentlich grosse – Sammlung von Anliegen und Beurteilungen der Bevölkerung ist dann nebst anderem Grundlagenmaterial Arbeitskorb für den Beirat. Der Beirat ist ein Gremium von rund 50 Personen, die von der Gemeinde für die Mitwirkung im Strategieprozess eingeladen werden.
Strategieprozess bis anfangs Juli abgeschlossen Die Mitglieder des Beirates werden so ausgewählt, dass sie die verschiedensten Interessen innerhalb der Gemeinde abdecken. Der Beirat tritt zu zwei Workshops zusammen, um seine Meinung zu möglichen Strategien und Massnahmen einzubringen. Dem Gemeinderat schliesslich obliegt die Führung des Planungsprozesses und die Vor- und Nachbearbeitung der einzelnen Schritte.
Die Mitglieder des Gemeinderates sind sowohl am Forum wie auch an den Workshops des Beirates dabei. Bis zu den Sommerferien sind die Arbeiten am Strategieprozess abgeschlossen. Eine zweite offene Forumsveranstaltung am 21. August 2007 gibt der Bevölkerung die Gelegenheit, sich mit den Ergebnissen der Strategiephase auseinanderzusetzen, bevor dann die Arbeiten an der Richtplanung beginnen.
Vorbereitungsarbeiten laufen intensiv Der Gemeinderat hat das Büro Strittmatter Partner AG, St. Gallen, mit der Begleitung des Planungsprozesses beauftragt. Das Büro ist in Themengebieten wie strategischer Entwicklungsplanung, Ortsplanung, Städtebau, Verkehrsplanung / Mobilitätskonzepte und Standortanalysen erfolgreich tätig. Strittmatter Partner AG wird auch die Foren und Workshops moderieren.
Aktuell ist das Büro intensiv damit beschäftigt, Grundlagenmaterial zusammenzutragen sowie die Gemeinde und ihr Umfeld aufgrund des vorhandenen Datenmaterials zu analysieren. Die Gemeinde widmet sich ebenfalls verschiedensten Vorbereitungsarbeiten. So prüft sie, wie sie den gesamten Planungsprozess für die Bevölkerung sehr transparent gestalten kann und ist damit beschäftigt, den Kreis der Mitglieder des Beirates zusammenzustellen.
Gemeindepräsident Werner Walser freut sich auf diese anspruchsvolle Zukunftsplanung der Gemeinde. Er ist überzeugt, mit dem partizipativen Ansatz den richtigen Weg zu gehen: „Für die Zukunft der Gemeinde sind nicht primär die Ideen und Visionen des Gemeinderates gefordert. Eine Entwicklungsstrategie ist nur dann umsetzbar, wenn sie auch ausserhalb der Exekutive getragen wird.“