So, 11.11.2007
Jahrgang 8, Nr. 2872
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Mohrenkopfschiessen auf das Clowngesicht.
Die Kleinsten bauten mit Holzklötzen Burgen und Schlösser.
Am Spielnachmittag unterhielten sich die Kinder mit einfachen und auch anspruchsvolleren Spielen.
Am Nachmittag hatten mutige Mädchen auch Gelegenheit für Karaoke-Gesang.

Spielplausch und Märchen am Jubiläums-Spielfest
Die Ludothek Zuckenriet organisierte zum silbernen Jubiläum den traditionellen Spielnachmittag

05.11.2007, Ernst Inauen
Die Ludothek Zuckenriet feiert in diesem Jahr ihr 25-jähriges Bestehen. Am ersten Novembersonntag fand in der Aula des Oberstufenzentrums Sproochbrugg das Jubiläumsspielfest statt. Erwachsene und Kinder vergnügten sich im familiären Kreis bei zahlreichen Spielmöglichkeiten. Andreas Tylla erzählte zur Abwechslung Märchen.

Vor 25 Jahren gab die Pro Juventute den Anstoss zur Gründung einer Ludothek. Ziel war die Förderung des Spielens im Familienkreis oder unter Jugendlichen. Eine Gruppe junger Zuckenrieter Frauen nahm die Idee auf und suchte Sponsoren für die Realisierung einer eigenen Ludothek. Bei der Politischen Gemeinde fand das Anliegen wenig Gehör. „Bezüglich Kostenleistungen aus dem Gemeindehaushalt ist die Gewissheit über die Nachhaltigkeit und Tragbarkeit einer Ludothek fraglich. Wir schätzen uns glücklich, in unserer Landgemeinde noch ein gesundes Familienleben zu haben“, hiess es aus dem Gemeindehaus. Nach einem Vierteljahrhundert widerlegen die starke Verankerung in der Bevölkerung und die erfolgreiche Tätigkeit während 25 Jahren die damaligen Zweifel der Behörde eindrücklich.

Erfolgreicher Start
Trotz negativen Reaktionen liessen sich die Initianten um Lisbeth Sonderegger von ihrem Vorhaben nicht abbringen. In einer „Tür zu Tür“–Aktion warben sie Mitglieder. Rund 100 Familien liessen sich überzeugen und erklärten den Beitritt zur Ludothek. Von privater Seite wurden zahlreiche Spielzeuge geschenkt oder teilweise ausgeliehen. Der Erlös des Zuckenrieter Kinderfests sowie beachtliche Beiträge der Raiffeisenbank Niederhelfenschwil, des Migros-Genossenschaftsbundes und aus dem Lotteriefonds bildeten das Startkapital.

Damit wurde die Gründung der Ludothek Zuckenriet und die Anschaffung neuer Spiele und Spielgeräte ermöglicht. Am 18. Juni 1982 fand die Gründungsversammlung statt. Als erste Präsidentin übernahm die Hauptinitiantin Lisbeth Sondereggger, Zuckenriet das Steuer des Ludo-Bootes.

Ehrenamtlicher Einsatz
Am organisatorischen Konzept hat sich im vergangenen Vierteljahrhundert nicht viel verändert. Noch immer arbeitet eine Gruppe von Frauen aus der Gemeinde Niederhelfenschwil ehrenamtlich und uneigennützig zu Gunsten der Oeffentlichkeit. Der Wert ihrer Einsätze für die Familie und die Gesellschaft kann nicht hoch genug eingeschätzt werden.

Ein Wermutstropfen fällt lediglich deshalb auf die Organisation, weil nur schwer neue Helferinnen motiviert werden können. Etwa zehn hilfsbereite Frauen leisten pro Jahr rund 1500 Einsatzstunden. Das reichhaltige Angebot von rund 1000 Spielen oder Spielgeräten kann zu sehr günstigen Bedingungen ausgeliehen werden. Seit etwa vier Jahren können auch Videos und DVD ausgeborgt werden.

Vielfältiges Spieleangebot
Am trüben Novembersonntag kamen zahlreiche Familien in die Aula des Oberstufenzentrums Sproochbrugg, welche zu einem offenen Spiellokal umgestaltet wurde. Sie konnten sich selbständig oder unter fachkundiger Anleitung an den Spieltischen betätigen. Das breite Angebot ermöglichte den spannenden Zeitvertreib vom Kleinkind bis zu den Erwachsenen. Der Saal war während des ganzen Nachmittags gut besetzt. „Wir sind überrascht und sehr erfreut, dass unser Spielnachmittag dermassen gut besucht wurde. Das ungemütliche Wetter mag wohl auch dazu beigetragen haben“, bekannte die Vizepräsidentin Susanne Wepfer.

Der Vorstand bemühe sich laufend um aktuelle Spiele. An Spielwarenmessen und auf dem Fachmarkt informiere er sich über die Trends. Nach wie vor seien die Strategie- und die Computerspiele gefragt, stellte ein Vorstandsmitglied fest. Viele Spiele würden auch die intellektuellen Fähigkeiten oder die Geschicklichkeit herausfordern.

ärchen
In einem separaten Raum erzählte Andreas Tylla kurze Märchen. Mäuschenstill hörten die Kinder auf dem Boden sitzend den spannenden Geschichten zu. Dazwischen lockerte der Erzähler seine freien Vorträge mit musikalischen Intermezzi auf. Er spielte auf dem Didgeridoo, einem Instrument der australischen Ureinwohner. Die urtümlichen Klänge setzten einen besonderen Akzent.

Erwachsene benutzten in der Kaffeestube die Gelegenheit für Gesprächskontakte und liessen sich mit Torten und Kuchen verwöhnen. Auf einem Spielparcours massen sich währenddessen die Kinder. Mit kleinen Preisen belohnten die Organisatorinnen ihr Mitmachen. Andere Kinder versuchten auf dem Flohmarkt im Korridor für ihre nicht mehr benutzten Spielsachen Käufer oder Tauschkameraden zu finden.

Die Oeffnungszeiten sind während der Schulzeit jeweils am Freitagnachmittag von 15.30 bis 17.30 Uhr und am Mittwoch des Monats von 18.30 bis 19.30 Uhr.

Ludothek-Statistik
Gründung : 18. Juni 1982
Präsidentinnen : Lisbeth Sonderegger (1982 – 1988)
Silvia Nef (1988 – 1992)
Maria Eberle (1992 – 1998)
Jeannette Ledergerber (1998 – 2004)
Irmgard Fust (seit 2004)
Mitglieder : 1982 : 100 Familien; 2007 : 140 Familien- und Einzelmitglieder
Spiele : 1982 : 300 Stk.; 2007 : 1000 Stk.


Die Familienspiele kamen gut an.
Andreas Tylla spielte zwischen den Märchengeschichten auf dem Didgeridoo.
Tischfussball mit dem Vater. Beim Fischen freuten sich die Kinder an kleinen Preisen.
Das Glücksrad drehte sich unzählige Mal.
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