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| Ein mittlerweile dreifach eingespieltes Duo: Werner Baumgartner am Klavier und Sänger Hansjürg Näf. |
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| Mit Schalk in den Augen kommentierte Hansjürg Näf die gesanglichen "Liederlichkeiten". |
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| Ohne Pianist Baumgartners Virtuosigkeit wäre ein liederlicher Abend gar nicht denkbar. |
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| Wusste zu gefallen: Gesangstalent in NäF-Dur. |
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Echt und ganz ohne Weichzeichner
Die „liederlich-kabarettistischen“ Abendprogramme in Oberuzwil fanden Gefallen.
05.11.2007, Cornelia Forrer
Ein zahlreiches Publikum kam am Freitag- und Samstagabend im Oberstufensingsaal Oberuzwil in den Genuss „liederlicher“, kabarettistischer Gesangsleckerbissen.
Nachdem Pianist Werner Baumgartner und Hansjürg Näf bereits vor sieben und vor zweieinhalb Jahren mit grossem Erfolg „liederlich-kabarettistische“ Liederabende durchgeführt haben, stand die dritte Ausgabe unter dem Titel „Opus 3 in NäF-Dur“. Selbstironisch Leckerbissen von „Musik ist Trumpf“ aus der TV-Show mit Peter Frankenfeld und Harald Juhnke bis „Was kann der Hansjürg denn dafür, dass er so schön ist?“, nach einer Abwandlung des „Schönen Sigismund“, wurden geboten und begeisterten.
Mit Selbstironie und Witz führte Hansjürg Näf durch den Abend und demonstrierte dabei sein Können. So richtig „liederlich“ – im Sinne des Wortes – war das Programm allerdings nicht. Wer sich dies erhoffte, der musste sich seine Bilder schon im Geiste selber machen.
Vielmehr sehr gediegen, mit Bäumchen, Wiener-Café-Atmosphäre und zauberhaftem Blumenschmuck, war die Bühne des Singsaales gestaltet. Und das Wienerische brach auch innerhalb des Liederabends immer wieder durch. So brachte Näf „Wie ma san, so san ma!“, „Jung san ma! Fesch san ma!“ und weitere schmissige Wienerlieder an den Mann und die Frau. Geprägt habe ihn der Kontakt zu einer Wienerin, die er einst gekannt und schätzen gelernt habe.
Erkenntnisreich Der „Trilogie der schädlichen Genüsse“, darunter Rauchen und üppiges Fleisch(fr)essen, folgte – sozusagen als Ausgleich – Nachdenkliches wie „Die Welt steht auf kein Fall mehr lang“ und „Man müsste Klavier spielen können“. Damit wurde das kabarettistische Liederprogramm sowohl karrikativ, zynisch, ironisch und äusserst bunt.
Mal erstaunt, dass das Publikum immer noch auszuharren vermöge, „und dies bei uns zweien“, dann wieder nachdenklich „Alles, was Freude macht, ist irgendwie schädlich!“ und schliesslich auch witzig mit „Dörf’s es bitzli meh sii?“ und sinnreich mit den Erkenntnissen zu „Leib und Seele“, liess Hansjürg Näf auch wirklich nichts aus. Mit „So ist das Leben“, übersetzt nach der englischen Version „My Way“, die Frank Sinatra weltberühmt machte, zeigte das liederliche Duo auf, dass es keinen Sinn hat, etwas zu bedauern. Viel mehr gelte es, zu sich und seinen Fehlern und Eigenheiten zu stehen. Unter dem Motto „Nobody is perfect“ sollen Fehler gemacht werden dürfen, selbst wenn sie “sogar Reformierte ins Fegefeuer bringen”.
Aktuell Dass FDP-Gemeinderat Hansjürg Näf durchaus auch Aktuelles zu besingen weiss, demonstrierte er nach “Die Welt steht auf kein Fall mehr lang”. Wenn genügend laut und lange applaudiert werde, sei es üblich, gemäss der Rezensionsgeschichte von Johann Nestroy, noch einen aktuellen Zusatz darzubieten. Näf tat es mit dankbaren Beispielen wie dem FC St. Gallen, der FDP und Gemeinderat Fritz Buchschacher, der schon sein halbes Leben im Amt sei.
Werner Baumgartner und Hansjürg Näf sind ein vertrautes Gespann, das sich bestens ergänzt. Dies wurde im Opus 3 in NäF-Dur wieder besonders bewusst gemacht. „Wir haben keinen Weichzeichner und sind so, wie wir halt sind“, traf es Näf in seiner Beschreibung. Vorallem sind beide authentisch und selbstironisch und virtuos. So viel geballtes Talent schreit geradezu nach dem Opus 4.
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