Di, 06.03.2007
Jahrgang 8, Nr. 2622
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Das Angebot während der Pilotphase im Schuljahr 07/08: Die Betreuung besteht vorläufig an den Schulhäusern Vorderer Grund, Hinterer Grund und dem Kindergarten Grund.
Tagesstrukturen, um die Freude an Kindern anzuregen
Die Gemeinde Flawil startet nach den Sommerferien mit dem Pilotprojekt „Tagesstrukturen“, berufstätige Eltern wissen ihre Kinder in guter Obhut.

31.01.2007, Niklaus Jung
Die optimale Zusammenarbeit von vier Institutionen, der Politischen – und der Schulgemeinde, der Kinderbetreuung „Karussell“ und der Handels- und Industrievereinigung ermöglicht die vorausschauende Einführung von Tagesstrukturen an den Flawiler Schulen, wenn auch noch nicht für alle Schulanlagen. Die Arbeitsgruppe unter der Leitung von Gemeinderätin Simone Zwingli informierte über den Stand der Vorbereitungen.

Die Hauptverantwortlichen für das Pilotprojekt Tagesstrukturen in Flawil: v.l.: Schupräsident Peter Hartmann, Urs Salzmann vom "Karussell"; Gemeinderätin Simone Zwingli, Gemeindepräsident Werner Muchenberger und Thomas Koller vom HIF (Handels- und Industrievereinigung Flawil).
Urs Salzmann von der Kinderbetreuung "Karussell" ist zuständig für die Betreuungsangebote "Tagesstrukturen" und den Mahlzeitendienst.
Seitens der Wirtschaft ist man an attraktiven Tagesstrukturen interessiert. Thomas Koller von HIF informierte über ihren finanziellen Beitrag.
Gemeindepräsident Werner Muchenberger bezeichnete an der Medieninformation das Pilotprojekt „Tagesstrukturen“ als ehrgeiziges und wichtiges Projekt für die Attraktivität des Ortes. Das Projekt sei auch das Resultat einer beispiellosen Zusammenarbeit der vier Institutionen.

Muchenberger wies in seinen einführenden Worten darauf hin, dass das veränderte Familienbild das ausserschulische Betreuungsangebot fordere. Nicht zuletzt werde darin auch ein stabiles und positives Umfeld für die Schülerinnen und Schüler erreicht.

Vorbereitung auf definitive Einführung
Die Arbeitsgruppe für die Einführung von Tagesstrukturen leitete Gemeinderätin Simone Zwingli. Sie lobte die Arbeit der Arbeitsgruppe, die beteiligten Perosnen hätten auch zahlreiche Erfahrungswerte eingebracht. Die Pilotphase für das kommende Schuljahr könne eine Vorbereitungszeit sein, um für die definitive Einführung flächendeckend gerüstet zu sein.

Dass für das Pilotprojekt die bereits 10 Jahre erfolgreich funktionierende Kinderbetreuung „Karussell“ gewonnen werden konnte, sei überaus positiv. Positiv beurteilte Zwingli weiter die Beteiligung der Handels- und Industrievereinigung Flawil am Projekt. Gerade mit ihrem finanziellen Beitrag ermöglichten sie ein kostengünstiges Angebot. Das Pilotprojekt sieht Kosten in der Höhe von 60'000 Franken vor.

Beim Gemeinderat sind für das Jahr 2007 20'000 Franken vorgesehen, gesamthaft beteiligt sich die Gemeinde zu 50 Prozent am Projekt. Die Betreuung kostet die Eltern pro Stunde maximal 2,5 Franken, die Mahlzeiten kommen noch dazu. Das Angebot besteht für das Schuljahr 07/08 an den Schulanlagen Grund und dem Kindergarten, auf eine Betreuung am Mittwochnachmittag wird derzeit verzichtet. Erste Erfahrungen sollen auch Korrekturen möglich machen.

Blockzeiten starten, Tagesstrukturen folgen
Schulpräsident Peter Hartmann wies darauf hin, dass die Erweiterung der Blockzeiten an der Volksschule ab dem Schuljahr 08/09 beschlossene Sache sei. Der Mittagstisch, ein Nachtrag zum Volksschulgesetz, liege beim Kantonsrat bereits zur Beratung vor, die Einführung sei ebenfalls auf 08/09 vorgesehen.

Die Vorteile der Tagesstrukturen sieht Hartmann insbesondere aus der Situation der Kleinfamilien mit vielfach nur einem Kind, oder auch Ein-Eltern-Familien. Man könne von einer breiten Nutzung ausgehen, allerdings nur, wenn auch die Kosten tief seien. Beim Kanton rechnet man mit 5 bis 10 Prozent Beteiligung, Flawil rechnet beim Pilotprojekt mit drei Prozent, bei 300 Kindern derzeit mache dies rund 10 betreute Kinder aus.

Professionelle Betreuung garantiert
Urs Salzmann von der Kinderbetreuung „Karussell“ gab zu verstehen, dass sie die Betreuungsaufgabe professionell und kompetent anbieten könnten. Sie seien ob dem bereits bestehenden Betreuungsangebot auch flexibel genug, um sich der neuen Situation stellen zu können.

Bezüglich Angebote für Mahlzeiten will man vorerst auch mitgebrachte Speisen akzeptieren, allerdings wollten sie auch die Aspekte gesunder Ernährung im Auge behalten. Für das Angebot Tagesstrukturen muss man bei „Karussell“ für zusätzliches Personal sorgen, welches bis zu den Sommerferien auch einsatzbereit sein werde.

Auch die Wirtschaft gewinnt
Thomas Koller von der Handels- und Industrievereinigung Flawil (HIF) gab zu verstehen, dass der berufliche Einsatz beider Elternteile heute einer Normalität entspreche. So habe die Einführung von Tagesstrukturen letztlich auch Vorteile für die Wirtschaft. Die Sicherung der Alters- und Sozialwerke erfordere die Unterstützung zur Erreichung einer höheren Erwerbsquote.

Dazu komme ein weiterer Vorteil, wenn die Eltern ohne schlechtes Gewissen und motiviert einer Erwerbstätigkeit nachgehen könnten. Gut funktionierende Tagesstrukturen könnten auch dazu beitragen, dass junge Paare wieder neue Lust auf Kinder verspürten, vor dem Hintergrund der Alterung der Gesellschaft wäre das sicherlich eine positive Nebenwirkung. Der HIF unterstützt die Tagesstrukturen mit 5'000 Franken, weitere Finanzhilfe könne nach Auswertung der Politphase erwartet werden.

Über eine flächendeckende Einführung von Tagesstrukturen müsste die Flawiler Bürgerschaft über eine separate Vorlage entscheiden, da sich die Kosten jährlich wiederholen. Für die Pilotphase kann auf dem Budgetweg ein Beitrag von 20'000 Franken gesprochen werden. Im Budget 2008 sind noch einmal 20'000 Franken für die Pilotphase Tagesstrukturen vorgesehen.

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