Di, 06.03.2007
Jahrgang 8, Nr. 2622
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In Degersheim werden Decken gegen die Kälte in indischen Bettlervierteln gestrickt.
Frauen in Degersheim strickten die 100. Wärmedecke für Indien
«Decken gegen Kälte» sagte der Indische Pfarrer auf die Frage was können wir sofort tun?

10.02.2007, Christian Jud
«Und der Funke zündete», sagte Barbara Huber, die Gattin des Evangelischen Pfarrers Bernard Huber, die zusammen mit Louise Meier sprichwörtlich den Faden vor drei Jahren aufgenommen hat. Und inzwischen ist die Strickgruppe, die sich sporadisch im evangelischen Kirchgemeindehaus Degersheim trifft, auf über 20 Frauen angewachsen.

Wollteppiche aus verschiedenen Mustern ergeben hier wieder ein farbenfrohes Hilfswerk.
Strickwolle die gratis abgegeben wird ist hoch willkommen.
Der 100. in Degersheim gestrickte Teppich, vorerst werden die Waisenkinder in Indien damit versorgt.
Die beiden Degersheimerinnen der ersten Strickstundenidee, links Louise Meier neben Barbara Huber.
Vor zehn Jahren begegneten sich die beiden Pfarrer Martin Luther, und Bernard Huber zum ersten Mal und in dieser Begegnung fanden sie den gemeinsamen Nenner, etwas für die Ärmsten dieser Welt in Indien zu tun. Martin Luther, indischer Pfarrer, wurde durch seine
Arbeit in den Bergen und den Dörfern entlang des bengalischen Meeres mit der Not der Waisenkinder konfrontiert.

In 16 Grossstädten aktiv
Im Jahre 2000 beschlossen die beiden das Projekt Bartimaeus als Hilfe für die Ärmsten, die Bettler, Witwen und Waisen zu starten. Diese Arbeit hat sich inzwischen auf 16 Grosstädte Indiens ausgeweitet.

Rege Kontakte haben sich zwischen Degersheim, wo Bernard Huber als Pfarrer der evangelischen Kirchgemeinde amtet, und dem Sozialwerk in Indien entwickelt, wo 230 Sozialarbeiter mit ihren vielen Helfern ständig mit einem Heer von Bettlern in Berührung kommen.

Die Idee der Decken
«Was könnten wir Frauen an spontaner und sofort wirksamer Hilfe für die Elendsviertel Indiens tun», fragte Barbara Huber Pfarrer Martin Luther bei dessen Besuch 2004 in Degersheim, und Frau Huber weiter:«Unser Gast aus Indien legte den Funken für unsere Strickaktivitäten, indem er die Kälte in der die Obdachlosen ausgesetzt sind und deren Bekämpfung durch warme Wolldecken als eine wirksame sofortige Hilfe in das Gespräch einbrachte».

Von dieser Idee begeisterte sich auch Louise Meier und es sagten weitere Frauen ihre Mitarbeit zu. «Erste Wolle wurde uns gratis zur Verfügung gestellt, und das Projekt Wolldecken zur Bekämpfung der Kälte der Ärmsten in Indien nahm seinen Anfang, und in diesen Tagen wurde bereits der hundertste Teppich fertig erstellt», sagten die beiden Frauen.

Dankbar für Wolle
Die Mitinitiantin Louise Meier im Gespräch mit«Info Wil Plus»:«Es ist erstaunlich, wie oft da und dort eine Schublade, eine Truhe oder ein Nähkorb aufgetan wird und uns daraus die Wolle zukommt». Und Barbara Huber fügt dem an:«Wir sind dankbar dafür, und es können auch kleinere Wollposten oder Wollresten und auch angefangene und nicht mehr zu Ende geführte Stricksachen sein». Zu weiteren Infos geben die beiden Frauen telefonisch Auskunft, Barbara Huber unter 071/370 03 31, und Louise Meier 071/371 17 20.

Die Idee stricken für eine gute Sache hat auch in Flawil Resonanz gefunden, und so findet zu den donnerstag- nachmittäglichen Strickstunden inzwischen auch ein Auto mit Strickerinnen den Weg nach Degersheim, und Berty Frei, eine von ihnen, sagt dazu:«Wir finden das eine tolle Idee, und wenn man hierzulande bald nicht mehr weiss, für wen man was stricken könnte, tun wir das hier für Menschen für die eine gestrickte wollene Decke der Inbegriff von Wärme als erste Lebensqualität gilt».

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