Bienen sind unbezahlbare Helfer im Obstbau Die Sicherung des Nachwuchses und der Honigqualität haben erste Priorität.
05.02.2007, Christian Jud Schwerpunkte der von 71 Imkerinnen und Imkern besuchten Hauptversammlung des Bienenzüchterverein Untertoggenburg im «Rössli» in Henau waren die Jahresberichte des Bienenberaters, des Honigkontrolleurs und des Zuchtchefs und der Bericht des Präsidenten Hans Züst über den Stand der Ausbildung der 48 Neueinsteiger in die Imkerei.
Flankiert von der Vereinssekretärin Brigitte Eilinger aus Niederwil und dem Vereinspräsidenten Hans Züst aus Gossau der dreizehnjährige Neuimker Pascal Näf aus Gossau, stellvertretend für 47 weitere Neuimker.
Peter Michel aus Abtwil, links, tritt gut vorbereitet die Nachfolge des Bienenberaters Stefan Freund aus Bühler (AR) an.
Hedi Rüegg aus Niederwil ersetzt bei den Untertoggenburger Imkern Martin Storchenegger als Honigkontrolleurin.
Auch der Berner Mundartdichter Simon Gfeller gehörte zur Gilde der Imker, hier sein Imkerschleier im Gfeller Museum in Heimisbach neben seiner Schreibmaschine. «Dichte u tubake» pflegte er zusagen, wer den Schulmeister nach seiner Tätigkeit befragte.
«Jetzt bist du einer von uns», sagte der Präsident der Untertoggenburger Imker, Hans Züst, bei der Begrüssung des dreizehnjährigen Pascal Näf aus Gossau,«und wir sind stolz auf dich und die anderen 47 Absolventen des Grundkurses, die allesamt durchgehalten haben und nun im zweiten Teil ihrer Ausbildung stehen». Den Kursteilnehmerinnen und Teilnehmern wurden die Statuten übergeben.
Neues Honigreglement Das im vergangenen Jahr vom Zentralverband erarbeitete neue Honigreglement war für die Honigkontrolleure in der Umsetzung das Hauptgewicht der Jahrestätigkeit, und auch die Honigkontrolleure haben sich in Kursen auf die neuen Anforderungen des Honigreglementes vorbereitet. Max Nufer, zusammen mit Martin Storchenegger im Untertoggenburger Verein in diesem Amt, sagte dazu:
«Die einwandfreie Ordnung im und um das Bienenhaus und Sorgfalt bei den Gerätschaften und in der Honigernte gehören zu den Grundvoraussetzungen die den Preis für kontrollierten Schweizer Bienenhonig gegenüber dem Ausländischen abhebt und rechtfertigt, und es sollte unser Ziel sein, dass von uns nur kontrollierter Honig in den Verkauf kommt».
Kein Jahr wie das andere In seinem Bericht über seine Tätigkeit als Bienenberater holte Stefan Freund in das Umfeld aus, in welchem die Imkerinnen und Imker und folglich auch ihre Bienenvölker ihrer Tätigkeit nachgehen, und er rief die Wetterkapriolen in Erinnerung, «die mehr denn je sich nicht mehr an die gängigen Jahreskalender halten und im Durchschnitt immer wieder neue Fakten liefern».
Der Feuerbrand wütete zum Teil an neuen Orten, wobei der Zeitpunkt der Blütezeit und die Witterung noch immer den Befall mit dieser gefährlichen Infektionskrankheit im einen Fall begünstigt, im andern wieder verhindert. Ihn freut es, dass sich die Imkerinnen und Imker laufend fort- und weiterbilden, und dass die Neueintretenden mit einem Wissen um die Anforderungen in der Imkerei in die faszinierende Beschäftigung einsteigen, das inzwischen weit über das von den Vätern auf die Nachkommen überlieferte Können hinaus geht.
Hohe Schule der Imkerei Ernst Frei amtet bei den Toggenburger Imkern als Zuchtchef und er hat sich im besonderen der Reinzucht der ursprünglichen Carnica Bienen verschrieben, die unter anderem als sanft und ertragssicher gelten. Die Züchter pflegen enge Kontakte untereinander und sind in der Schweizerischen Carnicaimker-Vereinigung zusammengeschlossen, in welcher Frei dem Vorstand angehört.
Er gehörte zu den 17 Imkern die vor zehn Jahren die Zuchtgruppe gründeten und der heute 42 Züchterinnen und Züchter, verteilt auf weite Gebiete, angehören. Es sind beeindruckende Zahlen von erzüchteten jungen Königinnen, die das Erbgut der reinrassigen Carnica in ihre künftigen Bienenstöcke einbringen.
Gleichberechtigung hat Tradition Von den 141 im Untertoggenburger Verein zusammengeschlossenen Mitgliedern sind deren 49 aktive Imkerinnen, und der Präsident Hans Züst, darauf angesprochen:«Die Gleichberechtigung hat bei den Bienenzüchtern eine uralte Tradition und die Zahl der Frauen die darin tätig sind ist noch wesentlich grösser wenn man bedenkt, dass ein Grossteil der Frauen ihre Männer bei den anfallenden Arbeiten im Bienenhaus unterstützen, ohne deswegen in der Mitgliederliste aufgeführt zu werden».
Die Frauen und Mütter gehörten zudem zu den besten Garanten um den Züchternachwuchs, «und es gehört zur guten Tradition, dass die Frauen auch im Vorstand und in der Chargenverteilung vertreten sind, womit sie dort ihre spezifischen Anliegen einbringen können».
Neue Fachleute Stefan Freund, er bewirtschaftet inzwischen im ausserrhodischen Bühler den eigenen Bauernbetrieb, kann die nötige Zeit als Imkerberater nicht mehr aufbringen, «ich bin aber gleichwohl unter euch». An seine Stelle bestimmte die Versammlung den bewährten Imker Peter Michel aus Abtwil zum neuen Bienenberater, der den erforderlichen Ausbildungslehrgang bereits absolviert hat.
Zurückgetreten ist auch der Honigkontrolleur Martin Storchenegger aus Jonschwil, der die Neuausrichtung in der Aufgabe einer jüngeren Kraft überlassen will. Zur Nachfolgerin wählte die Versammlung Hedi Rüegg aus Niederwil, die den Ausbildungskurs als Honigkontrolleurin nach den neuen Richtlinien erfolgreich bestanden hat. Da heuer kein Wahljahr ist, ändert sich im Vorstand weiter nichts.
Eine zweitägige Vereinsreise am 23./24.Juni wurde zum Beschluss erhoben, und Ernst Frei, Wolfhag 6 in Degersheim nimmt die Anmeldungen für die Reise mit dem 50 plätzigen Car entgegen.