Die Personenkontrolle am Eingang wird ernst genommen.
DJ wie ein Profi am Werk.
Fussball ist im Eliquo nicht nur Männersache.
Gute Belegung auch am Billiard-Tisch.
Silbernes Jugendtreff-Jubiläum Der Jugendtreff in Zuzwil ist auch nach 25 Jahren stets auf der Suche nach geeigneten Führungskräften, welche das Überleben der Institution garantieren.
10.02.2007, Walter Brunner Im eigenen Dorf konkrete Jugendarbeit zu verwirklichen, dies war schon vor 25 Jahren die Idee der Verantwortlichen beim Jugendtreff Zuzwil. Mit zahlreichen Ideen und viel Durchhaltewillen kann der Zuzwiler Jugendtreff, oder „Elique“ wie er heute heisst, dank einsatzfreudigen Leitern Beständigkeit zeigen. Ausdruck der Beständigkeit ist auch der Name Sarbach, drei Jahre leitete Michael Sarbach den Treff. Mit dem bald 22-jährigen Raffael Sarbach verfügt der Zuzwiler Jugendtreff Eliquo heute über einen Leiter, der sich seit sieben Jahren engagiert.
Landauf, landab wird immer wieder über die Neueröffnung oder Schliessung von Jugendtreffs berichtet. Stabilität und Kontinuität scheinen nicht die herausragenden Merkmale solcher Angebote zu sein. Je kleiner die Einheiten, desto überschaubarer sind sie und einfacher im Griff zu behalten. Das befriedigt aber die wenigsten, denn um ein attraktives Programm auf die Beine zu stellen, braucht es initiative Verantwortliche, welche den Erfolg ihrer Bemühungen zu einem guten Teil in der Anzahl Besucherinnen und Besucher sehen wollen.
Deshalb gleichen Aufwand und Ertrag immer wieder einer Gratwanderung. Grossanlässe bedingen eine ausgebaute Infrastruktur und Mehraufwand an Personal, was aber für den Normalfall kaum zu schaffen ist. Zudem steigt bei zunehmender Besucherzahl das Risiko, dass unerwünschte Besucher negativ von sich reden machen und den Ruf der Institution in den Dreck ziehen. Im vergangenen Jahr konnten bei zweimaliger Öffnung im Monat durchschnittlich 90 Jugendliche angesprochen werden; Tendenz steigend.
Gemeinsam entwickelte Regeln Im Untergeschoss des Pfarreiheims und auch um das Gebäude herum herrscht also jeweils reger Betrieb, wobei sich nicht alle gleichzeitig in den Jugendtreffräumlichkeiten aufhalten, sondern rege zirkulieren. Um einen Abend in geordnete Bahnen lenken zu können, wird am Eingang ein Besucherregister geführt und jedermann muss sich ausweisen.
Wer gegen die im Jahre 2004 gemeinsam mit den Jugendlichen ausgearbeiteten Regeln verstösst, wird verwarnt und auf der Liste orange markiert. Bei einem weiteren gravierenden Missverhalten erfolgt eine Sperre. Sachbeschädigungen, extremes Herumlärmen oder das Verstreuen von Abfall gehören unter anderem zu den Regelverstössen, die geahndet werden.
Angebot Gratiszutritt ohne Konsumationszwang geniessen Jugendliche ab dem Oberstufenalter. Bei Musik kann an einem Töggelikasten und einem Billardtisch die Freizeit aktiv verbracht werden. Daneben laden Polstergruppen und ein Bar zum Zusammensein. Wichtig für die Verantwortlichen ist ihr aktiver Beitrag an die Suchtprävention. So herrscht in den Räumlichkeiten des Treffs ein Rauchverbot und an der Bar werden nur alkoholfreie Getränke ausgeschenkt.
Mit Plakaten und über einen Newsletter werden diese Bemühungen unterstützt. Dieser Einsatz trägt auch seine Früchte, denn der Jugendtreff geniesst in Eltern- und Behördenkreisen einen recht guten Ruf. Am meisten zu kämpfen haben die Verantwortlichen mit Gerüchten, die immer mal wieder im Dorf kursieren. Über die Gemeindegrenzen hinaus arbeitet das Führungsteam mit dem Treff in Niederhelfenschwil zusammen. So verfolgt man in dieser Jugendarbeit die gleichen Ziele und achtet darauf, dass sich die Öffnungsdaten nicht konkurrieren.
Jubiläum Zum 25-jährigen Jubiläum, zu welchem sich 84 Besucherinnen und Besucher einfanden, wurde ein kleines Fest in kleinem Rahmen organisiert. Der Jugendtreff Eliquo in festlicher Dekoration bot zum Anstossen eine leicht vergrösserte Bar und jeder 25. Besucher erhielt einen Gutschein für ein Gratisgetränk. Wer am Öffnungstag Geburtstag feiert, wird auch in Zukunft mit einem Getränkebon beschenkt werden.
Das Ausdrucken des Newsletters soll sich lohnen, denn beim Vorweisen an der Bar gibt es für den ersten Bezug 25% Preisermässigung. Das Programm sieht als Highlights für das Jubiläumsjahr neben noch geheim gehaltenen Plänen einen DVD- und einen Mini-Backstage-Abend vor. Als kleinen Anreiz kreiert das Team für jeden Anlass auf der Homepage ein eigenes Logo, welches ausgedruckt an der Bar einen kleinen Rabatt ergibt. Eliquo wird sich auch dieses Jahr an der Dorfchilbi präsentieren, um den Kontakt zur Bevölkerung zu suchen. Im August feiert der Treff den vierten Geburtstag der Ära Eliquo.
Kontinuität in der Führung Es ist nicht einfach, genügend engagierte junge Leute zu finden, welche einerseits Verantwortung für ein gutes Angebot und Kontinuität in der Führung übernehmen und andererseits über einen genügend langen Atem verfügen, über einen grösseren Zeitraum immer wieder mal auftauchende Probleme einer Lösung zuzuführen.
Für junge Erwachsene, die häufig noch in Ausbildung oder beruflich auf der Suche nach Stabilität sind, erweist sich die ehrenamtliche Leitung eines Jugendtreffs zwar als Herausforderung und Bereicherung in der persönlichen Entwicklung, aber durch die übernommene Verantwortung auch als Bürde. Das Auf und Ab solcher Jugendangebote erklärt sich häufig aus der Tatsache, dass eingespielte Führungsteams nach einer gewissen Zeit die Verantwortung abgeben wollen und die nachrückende Generation sich erst viel Knowhow neu aneignen muss.
Raffael Sarbach und sein Team Mit dem bald 22-jährigen Raffael Sarbach verfügt der Zuzwiler Jugendtreff Eliquo über einen Leiter, der sich seit sieben Jahren engagiert. Der Name Sarbach scheint die so sehr erwünschte Kontinuität und Ausdauer zu garantieren, denn bereits sein älterer Bruder Michael zeichnete sich während rund drei Jahren als Gallionsfigur des Jugendtreffs aus. Das heutige Team ergänzen Patric Maurer, Stefan Häni, Fabienne Knellwolf, Michel Widmer, Terry Huber und Dominik Jäger.
Raffael Sarbach will noch mindestens bis zum persönlichen zehnjährigen Jubiläum weitermachen oder einfach, solange er Freude an dieser Tätigkeit findet. Er ist permanent auf der Suche nach weiteren Leiterinnen und Leitern, denn jede Abwesenheit, jeder Ausfall eines Teammitglieds wiegt schwer und stellt das Weitermachen in Frage. Auf mindestens sieben Schultern sollte nach Sarbach die Arbeit verteilt werden können. Durch einen Aufruf in allen 6. Klassen konnte beispielsweise Terry Huber rekrutiert werden.
Leider aber werden Suchgespräche häufig durch die Frage gestoppt: „Was verdiene ich dabei?“. Nur sehr wenige Jugendliche wollen sich heute über längere Zeit binden lassen, Konsum kommt vor Engagement. Zusammen mit der Jugendkommission wurde bisher aber immer wieder ein Weg gefunden, im eigenen Dorf konkrete Jugendarbeit zu verwirklichen.
Das Jubiläum vom Freitag sorgte für regen Betrieb.
Gemütliche Sofa-Stimmung.
Zu Besuch war auch Gemeinderat Richard Flammer, im Gespräch mit dem Leiter Raffael Sarbach.