Gemeindepräsident Cornel Egger, sieht den tieferen Steuerfuss von neu 156 Prozent auch längerfristig haltbar.
Schulpräsident Frits Gerber konnte bezüglich Rechung eine Punktlandung platzieren. Die kommenden Jahre würden ob den Reformen zu höheren Belastungen führen.
Die Pro-Kopfverschuldung von Oberuzwil sinkt in Oberuzwil stärker als beim Kantons- Durchschnitt und zeigt auch bezüglich Höhe einen guten Wert.
Nicht an der Spitze, aber an guter Position, liegt die Oberuzwiler Steuerkraft der natürlichen Personen im regionalen Vergleich.
Oberuzwil visiert erneut eine Steuersenkung an Nach nur zwei Jahren Ausstieg aus dem direkten Finanzausgleich und der Senkung des Steuerfusses kann Oberuzwil bereits erneut den Steuerfuss reduzieren.
14.02.2007, Niklaus Jung Die beantragte Steuersenkung für die Gemeinde Oberuzwil um 3 Prozent ist eigentlich keine Überraschung, nachdem 5 Jahre in Folge schwarze Zahlen geschrieben wurden. Der Ausstieg aus dem direkten Finanzausgleich vor zwei Jahren und die gleichzeitige Steuerfusssenkung von 3 Prozent machten damals grösste Anstrengungen notwendig. Die nun erneut vorgeschlagene Steuerfusssenkung auf neu 156 Prozent, entspricht zwar nicht einem tiefen Niveau, deutet aber die prosperierende Entwicklung unter Gemeindepräsident Cornel Egger an.
Der Oberuzwiler Gemeinderat rechnet im Voranschlag 2007 mit einem Aufwand von 29'901’000 Franken und einem Ertrag von 29'621’700 Franken und somit mit einem Defizit von 279’300 Franken. Dieses Defizit soll den Reserven belastet werden. An der Pressekonferenz informierten Gemeindepräsident Cornel Egger und Schulpräsident Frits Gerber.
Reservebezug Weil das Defizit knapp einem Prozent des Aufwandes entspricht, kann von einem praktisch ausgeglichenen Budget gesprochen werden. Der Aufwandüberschuss wird mittels Eigenkapital finanziert. Im Hinblick, dass die Kantonsbeiträge bald einmal in Abhängigkeit des Eigenkapitals ausgeschüttet werden, schlägt der Gemeinderat zudem 4 Millionen ausserordentliche Abschreibungen zulasten des Eigenkapitals vor. Diese Massnahme würde ausserdem die Laufenden Rechnungen der kommenden Jahre massiv entlasten.
Steuerfusssenkung von 159% auf 156% Die Steuerfusssenkung um 3 Prozent führt zwar zu einem geringen Budgetdefizit, welches aus der Sicht des Gemeinderates mit der vorsichtigen Budgetierung wohl aufgefangen werden kann. Beim Gemeinderat ist man man überzeugt, mit dieser Senkung positive Signale setzen zu können.
Bei der Investitionsrechnung wird für 2007 mit Ausgaben von 1’893’500 Franken und Einnahmen von 270’000 Franken gerechnet. Vor allem der Bereich Verkehr fällt bei den Investitionen ins Gewicht. In diesem Bereich sind Ausgaben von 633'500 Franken für den Geh- und Radweg Heiligenschwil – Scheidweg sowie 170'000 Franken für den Ersatz des Unimogs im Werkhof gerechnet.
Ertragsüberschuss statt Defizit Die Rechnung 2006 schliesst mit einem Ertragsüberschuss von 1,8 Mio Franken ab, gerechnet wurde mit einem Reservebezug von 324'000 Franken. Damit steigt das Eigenkapital auf 5,9 Mio Franken. Die Mehreinnahmen bei den Steuern, besonders den Nachzahlungen, den Gebühren und den Rückerstattungen bei der Sozialhilfe haben dazu beigetragen.
Das Verwaltungsvermögen konnte um 1,7 Mio abgebaut werden, was eine weitere Entschuldung und damit eine weitere Entlastung beim Gemeindehaushalt bewirkt. Im abgelaufenen Rechnungsjahr konnte auch der letzte Bankkredit zurückbezahlt werden, in der zweiten Jahreshälfte gelang gar eine Festgeldanlage. Im Vergleich bezüglich Kosten in Verwaltung, Sicherheit, Bildung, Soziales und Verkehr liegt Oberuzwil nur im Bereich Bildung über dem Kantonsmittel. Bei den anderen Bereichen nimmt Oberuzwil regional gar mehrheitlich eine führende Rolle mit tiefen Kosten ein.
Ausgeglichene Schulrechnung „Wenn die Schule mit 32'000 Franken im Minus abschliesst, darf dies im Hinblick des 11,7 Mio Gesamtaufwandes als Punktlandung bezeichnet werden“, informierte Schulpräsident Frits Gerber zur Rechnung. Wie schwierig die Einhaltung der Budgetzahlen sei, mache sich an den teils unbeeinflussbaren Geschäften bemerkbar. Positiv hätten zwei Klassen weniger zu Minderausgaben von netto 150'000 Franken geführt, während unvorhergesehener baulicher Aufwand (Ersatz der Heizungsanlagen Bichwil und Niederglatt) zu erheblichen Mehrkosten geführt habe.
Zum Budget wies Gerber darauf hin, dass für die Lehrerbesoldung ein Prozent Mehrbedarf angemeldet sei. Auch beim Sachaufwand kämen bauliche Aufwändungen daher wie die Sanierung der Westfassade beim Oberstufenzentrum. In die Zukunft gesehen wies Gerber auf den Grundsatzentscheid beim Kanton bezüglich Basisstufe im 2009 und deren Einführung ab 2011 hin. Dies werde zu erheblichen baulichen wie personellen Mehrkosten führen.
Bezüglich Schülerzahlen in Niederglatt müsse man wissen, dass die Zahl von ehemals 43 auf 28 Kinder gesunken sei, auf das Schuljahr 09/10 werden nach heutigem Stand gerade noch 8 Kinder die erste Klasse besuchen. Hier werde der Schulrat für Massnahmen gefordert sein.
Neue Eingangspartie beim Gemeindehaus Für eine Verbesserung der Kundenfreundlichkeit plant der Gemeinderat den Umbau der Eingangspartie beim Gemeindehaus. Die schwere und nicht mehr dicht schliessende Eingangstüre soll ersetzt werden und ein Front-Office soll die wiederkehrenden Warteschlangen bei den Kunden aufheben.
Gute Aussichten sieht man auch bei der Finanzplanung für die kommenden Jahre. Nur für 2008 ist noch mit einem Negativresultat zu rechnen.
Gemeindepräsident Cornel Egger wies weitergehend auf die geordnete Bebauung der Gemeinde hin, auch auf die Erhaltung von Grünflächen werde geachtet.