Mo, 05.03.2007
Jahrgang 8, Nr. 2621
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Bettina Macher strahlte die Freude und Lust an der Musik aus den Augen. Sie zeigte sich sehr virtuos auf dem Cello.
Myriam Rüesch spielte mit Charm, viel Können und Engagement die anspruchsvollen Werke auf dem Klavier.
Katja Hess konnte bei der feurigen Musik kaum mehr ruhig sitzen. Vielleicht wäre sie am liebst mit der Geige tanzend durch die Kirche gezogen.
Es war ein Genuss, die Begeisterung der drei Künstlerinnen zu erleben und ihnen beim virtuosen Spiel zuzusehen.

Kultur in der Region
Das Trio Artemis verwöhnte die Konzertbesucher in Oberuzwil mit temperamentvollen Klängen aus verschiedenen Epochen.

18.02.2007, Vroni Krucker
Im Rahmen des Konzertzyklus Uzwil bot das Trio Artemis sehr hochstehende Musik. Der zweite Teil galt südamerikanischen Rhythmen. Das begeisterte Publikum dankte prompt mit einer „standing ovation“.

Den Konzertzyklus Uzwil gibt es seit Jahrzehnten. Bereits im Jahr 1961 veranstaltete er sein erstes Konzert. Seither hat er vielen bekannten, vor allem aber auch jungen, noch unbekannten Musikern Gelegenheit geboten, ihr Können in einem speziellen Rahmen zu zeigen, ihnen vielleicht auch ein Sprungbrett zu bieten. In dieser Saison waren der Kammerchor Oberthurgau und as Ensembel Chant 1450 aufgetreten. Am 18. März gibt es dann in Niederuzwil Balkan-Jazz mit The Dusa-Orchestra.

Eine faszinierende erstaunliche Karriere
Katja Hess, Violine, Bettina Macher, Violoncello und Myriam Rüesch, Klavier gründeten das Trio Artemis noch während des Studiums. Alle drei erhielten das Lehrdiplom am Konservatorium Winterthur mit Auszeichnung. Seither sind sie zahlreichen Konzereinladungen im In- und Ausland gefolgt. Wie die jungen Damen ihr Potential, ihre Talente ausgeschöpft und sich bis zu einem Höchstniveau gesteigert haben, ist unglaublich.

Die steile Karriere des erfolgreichen „Trio Artemis“ von 1995 bis heute zu verfolgen ist spannend und fast unglaublich – immer aber ein wirkliches Vergnügen. Das eingespielte Ensemble zeigt einen sehr gekonnten Umgang mit dem Instrument, das ein Teil von ihnen geworden ist. Sie lieben und leben Musik. Wer ihnen zuhört könnte im Jargon der Jugend sagen: „voll gail“, oder etwas gesitteter „absolute Klasse“.

Von Brahms bis Schostakowitsch
Temperamentvoll und feurig eröffnete das Trio den Abend mit dem „Ungarischen Tanz Nr. 5“ von Johannes Brahms. Als Gegenstück folgte ein ruhiges „Arioso2 vom gleichen Komponisten. Ein bekannter „Canon“ von Johann Pachelbel und ein feines Duett von Robert Schumann schlossen sich an. Mit dem „Czardas“ von Vittorio Monti erklang der erste der vielen Höhepunkte der Konzertstunde.

Die Hauptmelodie lag bei der Violinistin Katja Hess, die nicht nur erstklassig spielte und viel Gefühl für die Zigeunermusik zeigten, sondern vor Begeisterung und Freude an dieser Musik kaum mehr ruhig sitzen konnte – herrlich zuzuschauen! Das Stück forderte ebenso eine Superleistung von Cello und Klavier. Der Einladung zum Tanz beim „Walzer Nr. 2“ von Dmitri Schostakowitsch wurde nicht Folge geleistet – Mann und Frau entschieden sich fürs Zuhören. Für „Élégie op. 24“ von Gabriel Fauré hat ein Musiklehrer vom Konservatorium Winterthur eine Geigenstimme eigens für Katja Hesse geschrieben. Bei der „Tarantella“ von Gioacchino Rossini waren die drei Damen zwar nicht von der Tarantel gestochen, aber voll in Aktion. So zeigten sie sich während dem ganzen Konzert, lebendig, konzentriert, fröhlich – ganz einfach voller Melodien.

Tango, Tango
Der zweite Teil galt der Südamerikanischen Musik, vor allem dem Tango in den Varianten traditionell, nuevo und milonga. Die ganze Bandbreite und der Ausdrucksgehalt kam in diesen Stücken schillernd zum Ausdruck. Gemessene Zurückhaltung und kraftvolle Ausbrüche – präsentiert wie ein loderndes Feuer, wie es den Charakter des Tango kennzeichnet. Auf absolut hohem Niveau bot das Trio Artemis diese Musik, und absolut begeistert zeigte sich das Publikum im vollbesetzten Gotteshaus und bedankte sich mit einer „standing ovation“.

Als erste Zugabe erklang ein traditioneller Tango. Die Cellistin Bettina Macher kam am Vorabend des Konzertes aus der Sahara zurück. Sie erzählte: „Bei der Frage meines Freundes, welche Musik ich hier spielen möchte, wusste ich spontan, es müsste Bach sein“. Und so verabschiedeten sich die drei Künstlerinnen mit Musik dieses grossen Meisters.

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