Do, 01.03.2007
Jahrgang 8, Nr. 2617
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Rund 8000 Artikel, so auch für nichtbäuerliche Kreise, werden in der Landi Zuzwil angeboten.
„LANDI“, damit ist nicht nur Landwirtschaft gemeint
Die „LANDI Thur AG“ mit den drei Verkaufsgeschäften Zuzwil, Wil und Niederglatt, spricht zunehmend auch nichtbäuerliche Kundschaft an, mit dem baldigen Frühlingsmarkt mit Gartenpflanzen und Blumen dürfte ein nächster Höhepunkt im Visier sein.

21.02.2007, Niklaus Jung
Die „Landi Thur AG“ in Zuzwil präsentiert sich seit 2 Jahren mit einem attraktiven Angebot in drei Verkaufsgeschäften. Im grosszügig angelegten Verkaufsladen in Zuzwil finden sich neben landwirtschaftlichen Produkten mehr und mehr auch Angebote für nichtbäuerliche Kunden. InfoWILplus wollte vom Geschäftsleiter Daniel Braun wissen, wie sich die Struktur der Kundschaft aufbaut und wo die Stärken der Angebote in den drei Verkaufsgeschäften Zuzwil, Wil und Niederglatt liegen.

Geschäftsführer Daniel Braun ist bei den Veranstaltungen immer auch für kompetente Informationen zu haben.
Die Informationsabende, mitte Januar zum Thema Mostobst, sind seitens der bäuerlichen Kreise immer sehr gefragt.
Daniel Braun ist auch bei den Weindegustationen ein kompetenter Partner.
Derzeit prägen noch winterliche Pflanzen das Bild im Laden, aber der Frühlingsmarkt ist schon in Reichweite.
Auch bei der Landi Thur AG in Zuzwil arbeitet man mit dem Slogan „Landi, angenehm anders“ daher kommt. Dies bestätigt sich im spezifisch gelagerten Angebot bei den Produkten. In seiner Stellungnahme gegenüber InfoWILplus macht Daniel Braun deutlich, dass sie mit dem geschulten Personal dazu auch kompetente Beratung abgeben könnten. Weiter seien die Mitarbeiter in der Region gut verankert, sodass die spontane Kontaktnahme problemlos verlaufe. Dies sind nach Braun auch die Vorteile gegenüber Discountern.

Herr Braun, Landi hört sich an wie Landwirtschaft. Ist die Landi eigentlich eher auf die Bedürfnisse der Landwirtschaft augerichtet? Welchen Anteil nehmen Landwirtschaftsprodukte ein?
D. Braun: Entstanden sind die heutigen „LANDI“ ursprünglich aus landwirtschaftlichen Genossenschaften. Die Bauern haben sich im Laufe des 19. und 20. Jahrhunderts regional zusammengeschlossen um gemeinsam den Einkauf und die Vermarktung ihrer Produkte zu vereinfachen. Die gebildeten Genossenschaften haben ihr Angebot für die Landwirtschaft stetig ausgebaut, wovon in den vergangenen 20 Jahren mehr und mehr auch die nichtlandwirtschaftliche Bevölkerung davon profitieren konnte.

Mit der Umbenennung der schweizweit rund 300 landwirtschaftlichen Genossenschaften zu „LANDI“ Anfang der 90er Jahre hat man die Läden noch stärker für die allgemeine Kundschaft geöffnet. Heute gehört die Privatkundschaft ebenso wie die Landwirtschaft zu einem unserer wichtigsten Standbeine. Die LANDI Thur AG erwirtschaftet rund 50 % ihres Umsatzes im Laden, ca. 45 % stammen aus der Landwirtschaft und etwa 5 % aus dem Brenn- und Treibstoffhandel.

Zur Landi Thur AG gehören bekanntlich drei Ladengeschäfte. Welche Stärken, oder Spezialitäten muss man diesen Standorten zuordnen?
D. Braun: Die LANDI Thur AG wurde am 1. Juli 2004 aus den LANDI in Wil, Niederglatt, Zuckenriet und dem Marktgebiet der LANDI Henau gegründet. Die beiden letztgenannten Standorte wurden per Dezember 04 durch einen zeitgerechten und kundenfreundlicheren neuen LANDI-Laden in Zuzwil abgelöst. Der Betrieb in Zuzwil bietet verschiedensten Kundengruppen das Vollsortiment der LANDI an und ist zugleich Hauptstandort und Sitz der Verwaltung der LANDI Thur AG.

Die LANDI in Wil ist sehr stark von der Lage und der Verkehrssituation geprägt und hat sich seit dem Neubau in Zuzwil noch mehr auf die städtische Kundschaft ausgerichtet. Unser Betrieb in Niederglatt liegt mitten im Grünen und generiert noch immer rund die Hälfte ihres Umsatzes aus der Landwirtschaft. In Niederglatt und auf dem Areal der ehemaligen LANDI Zuckenriet verfügen wir über Verladeanlagen von Mostobst und sind damit die Sammelstellen der Region.

Bei der Landi arbeitet man mit dem Slogan „Landi, angehnehm anders“. Was ist denn so anders?
D. Braun: Der grösste Teil unserer Mitarbeiter stammt direkt oder indirekt aus der Landwirtschaft. Dadurch kann unser Personal vielfach mit Tipps aus praktischer Erfahrung Hilfe leisten. Zudem sind es unsere Mitarbeiter gewohnt anzupacken und helfen auch gerne mal beim Aufladen ins Auto. Die LANDI ist zudem regional verankert. Das Personal kennt einen grossen Teil der Kundschaft persönlich.

Alljährlich laden Sie auch eine Persönlichkeit zu einem Landwirtschaftsthema an den Standort Zuzwil ein. Mitte Januar war Mostobst das Thema. Was bezweckt man seitens der Landi mit diesen Veranstaltungen?
D. Braun: Unsere Schweizer Landwirtschaft steckt mitten in einem gewaltigen Strukturwandel. Die laufenden Anpassungen an Politik, Technik und Marktwirtschaft fordert unsere Landwirte mehr denn je ihre Betriebe zu knallhart rechnenden Unternehmungen umzustrukturieren. Mit den Vorträgen möchten wir unseren Teil dazu beitragen, unseren Landwirten mit namhaften Referenten mögliche Zukunftsszenarien und –perspektiven aufzuzeigen.

Für unsere nichtlandwirtschaftlichen Kunden sind bis jetzt noch keine Vorträge im ähnlichen Sinn geplant. Vielmehr möchten wir hier in Zukunft vermehrt mit Weindegustationen, Grillkursen, und weiteren Angeboten an Beratungshilfen rund um Haus und Garten unsere Dienstleistungen erweitern.

Flächenmässig nehmen die Futtermittel einen grossen Anteil ein. Sind da die Landwirte der Region die Hauptkunden? Wie sieht es aus mit dem Futterangebot für Kleintiere?
D. Braun: Das Angebot an Futtermitteln für Rindvieh und Schweine wird vorwiegend von unserer landwirtschaftlichen Kundschaft genutzt. Grundsätzlich sind aber sämtliche Futtermittel allen Kunden zugänglich. Futter für Pferde, Ziegen, Schafe, Geflügel, usw. werden von Kunden verschiedenster Berufsgattungen bei uns gekauft.

Beim Angebot, welches mehrheitlich im Laden angepriesen wird, zählen Hunde, Katzen, Kaninchen, Meerscheinchen, Hamster, sowie Wild- und Ziergeflügel zu den Hauptverzehrern. In kleineren Mengen jedoch grösseren Einheiten bieten wir auch Futter für Forellen, Brieftauben und einige weitere nicht sehr verbreitete Tierarten an. Unser Sortiment mit rund 8'000 Artikeln steht natürlich immer allen Kunden zur Verfügung.

Einen grossen Anteil am Angebot nehmen auch die Produkte rund um den häuslichen Garten ein. Kann auch professionelle Beratung angeboten werden?
D. Braun: Die Pflanzenvielfalt der LANDI ist in den vergangenen Jahren enorm gewachsen. Selbstverständlich ist es für uns ein Muss auch hier unsere Kunden fachgerecht zu beraten. Die LANDI Thur AG beschäftigt 4 Gärtnerinnen, die sich den Bedürfnissen unserer Kunden rund um die Pflanzen stellen.

Neben dem üblichen Getränkeangebot bei den Mineralwassern stehen immer auch eine ganze Reihe verschiedenster Weinsorten im Angebot. Welche Weinsorten und aus welchen Kellereien stammen die Weine der Landi? Wie sieht es mit der Beratung aus?
D. Braun: Das Weinangebot spielt in der LANDI eine sehr bedeutende Rolle. Der/die Kunde/in hat die Wahl zwischen einer preiswerten LANDI-Linie und einer Qualitätslinie der Volg Weinkellereien. Unsere Qualitätslinie der Volg Weinkellereien, neu DIVINO genannt, erfährt derzeit ein starkes Wachstum welchem wir in Zuzwil mit einem Ausbau unserer Weinabteilung diesen Frühling entgegen kommen. Die Beratung im Weinbereich ist ein sehr umfangreiches Gebiet und erhält mit dem Ausbau zunehmendes Gewicht.

Die Weine der LANDI-Linie trumpfen mit immer wieder neuen und ausgezeichneten Preis-/Leistungsangeboten von der Kellerei Garnier oder Importweinen aus mehr als zehn weiteren Ländern. Im ganzen Weinangebot spielen Schweizer Weine, welche gegenüber dem Ausland enorm aufgeholt haben, eine beachtliche Rolle.

Noch halten eher kühlere Temperaturen an, aber der Frühling kommt bekanntlich bestimmt. Wie sieht das Frühlingsangebot aus, welche Angebote dürfen die Kunden erwarten?
D. Braun: In unseren Läden deckt unser Sortiment für den Garten so ziemlich alles ab was das Herz eines Hobby-Gärtners im Frühling erfreuen lässt. Am Frühlingsmarkt, jeweils am letzten April-Wochenende, stehen unsere Betriebe zudem mit zusätzlichen Attraktivitäten bereit. Glacé-Degustation, diverse Getränkeaktionen, Weindegustation, Festwirtschaft, Spielmöglichkeiten für die Kinder sind einige Beispiele daraus.

Kann man bezüglich Erträge im laufenden Geschäftsjahr Aussagen machen?
D. Braun: Die LANDI Thur AG hat ihren Jahresabschluss jeweils per Ende Juni. Somit haben wir mehr als die Hälfte unseres Geschäftsjahres 06/07 hinter uns und werden bei einem „normalen“ Frühlingsverlauf unser ehrgeiziges Umsatzziel von 11 Mio. CHF erreichen.

Wie viele Personen beschäftigt die Landi Thur AG über die drei Standorte? Bietet die Landi Thur AG auch Arbeitsplätze für Lernende an?
D. Braun: In unseren drei Betrieben bieten wir aktuell total 22 Mitarbeiter/innen im Voll- oder Teilzeitverhältnis und sechs Lernenden einen Arbeits- resp. Ausbildungsplatz. Besonders der Ausbildung unseres Nachwuchses wird ein sehr grosses Augenmerk geschenkt. Wir übernehmen hier eine soziale Verantwortung gegenüber unserer Jugend und sichern uns zugleich unseren Nachwuchs um den Bedarf für unser stetiges Wachstum abzudecken.

Die Ausbildung zum Detailhandelsfachmann /-fachfrau in der LANDI ist sehr praxisnah und vielseitig. Entsprechend haben auch unsere Mitbewerber, welche anteilsmässig wenig oder teils keine Ausbildungsplätze anbieten, grosses Interesse an unseren Absolventen.

Abschliessend: Wo sehen Sie noch Potential für Angebotsverbesserungen in der Zukunft?
D. Braun: Die LANDI Thur AG ist ein sehr junges Unternehmen mit einem ebenso jungen aber motivierten Team. Unsere täglichen Erfahrungen helfen uns noch mehr auf die Kundenwünsche einzugehen. Unser Angebot ändert deshalb laufend und richtet sich an Markt und Nachfrage. Das wertvollste Gut einer Dienstleistungs- Unternehmung jedoch sind ihre Kunden.

Mit der steigenden Anzahl an Discountern können wir es uns nicht leisten, wöchentlich eine Werbung zu versenden und hinter unserer Kasse abzuwarten. Die Kunden wollen heute beim Einkauf einen Mehrwert, etwas Spezielles erleben. Die Betreuung wird deshalb in Zukunft noch verstärkt an Gewicht zunehmen.

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