Weltumspannend beten Heute ist Weltgebetstag. Frauen in Paraguay haben die Liturgie dazu geschrieben.
02.03.2007, Cornelia Forrer Seit 1887 gibt es den ökumenischen Weltgebetstag. Mary Ellen James aus Brooklyn rief damals dazu auf. Heute wird er ihn mehr als 170 Länder auf der Welt gefeiert - auch in der Schweiz.
Paraguayanische Kinder
Berge prägen die Landschaft.
Hier wird auch Raubbau betrieben.
Traditionelle Rolle der Frauen in Paraguay.
Der Weltgebetstag (WGT) fällt jedes Jahr auf den ersten Freitag im März und wird in über 170 Ländern gefeiert. Die WGT-Bewegung ist eine von christlichen Frauen ins Leben gerufene und getragene Laienbewegung. Sie ist die grösste und älteste ökumenische Gebetsbewegung auf der Welt.
Die Vorlage für den Gottesdienst (Liturgie) verfassen jedes Jahr Frauen aus einem anderen Land. 26 Frauen unterschiedlicher Herkunft und aus verschiedenen Kirchen Paraguays haben die Liturgie 2007 geschrieben. Der Titel lautet "Vereint unter Gottes Zelt“.
Liturgieland Paraguay Paraguay, ein Binnenland, liegt im Herzen von Südamerika zwischen Brasilien, Argentinien und Bolivien und ist fast zehnmal so gross wie die Schweiz. 5,6 Millionen Menschen leben in diesem Land, davon sind 95 Prozent Mestizen. Neben Spanisch ist Guaraní (indianischen Ursprungs) die offizielle Amtssprache.
In Paraguay herrscht ein subtropisches Klima. Der Río Paraguay teilt das Land in zwei ganz unterschiedliche Regionen; Ostregion (Oriente) und Westregion (Chaco). Im regenreichen und fruchtbaren Oriente leben 90 Prozent der Bevölkerung und obwohl nur noch wenig natürliche Vegetation erhalten blieb, ist die Tierwelt recht artenreich.
Die trockene und heisse Savannenlandschaft des westlichen Chaco hingegen ist fast menschenleer. Trotz des Raubbaus an den Wäldern gibt es im Chaco immer noch etwa 600 Vogelarten.
Längste Diktatur Paraguay erlebte die längste Diktatur Südamerikas als 1954 General Alfredo Stroessner durch einen Putsch an die Macht kam und das Land während 35 Jahren regierte. Im August 2006 starb Stroessner im Exil in Brasilien. Bis zum Schluss konnte er sich der Justiz entziehen.
Paraguay ist zwar seit dem Sturz Stroessners eine Demokratie, leidet aber unter instabilen politischen Verhältnissen, hoher Auslandverschuldung und Korruption. Die Armut unter der Bevölkerung wächst; die Folgen sind Landflucht, Migration und Kinderarbeit. Informiert beten
Der Weltgebetstag bietet nun die Möglichkeit, sich dem Land auf spezielle Art und Weise zu nähern, nämlich beim "informiert beten", dem ersten Teil des Leitmotivs der WGT-Bewegung. Doch es soll nicht beim Beten bleiben. Der Schweizerische Weltgebetstag unterstützt mit der Kollekte Projekte in Paraguay und in anderen Ländern und setzt so den zweiten Teil des WGT-Leitsatzes "betend handeln" um.
Kultur kennen lernen Die Christinnen und Christen in Paraguay versuchen „vereint unter Gottes Zelt“ an die heilende und belebende Kraft Gottes zu glauben. Mit dem Symbol des paraguayischen Ñandutì, einem gewobenen Kunsthandwerk, das aus verschiedenen kleinen Teilen zu einem Ganzen zusammengefügt ist, möchten sie Mut machen, an die verbindende Kraft Gottes zu glauben, weltweit dafür zu beten und dies ganz unter dem diesjährigen Motto „vereint unter Gottes Zelt“.
Der Titel „Vereint unter Gottes Zelt“ zeigt, was den 26 Verfasserinnen wichtig ist: Geborgenheit und Einheit unter Gottes Schutz. Dazu haben sie zwei Lesungen ausgewählt: die Geschichte von Abraham und Sara aus Mose 18 und einen Ausschnitt aus dem Brief an die Epheser.
Schwerpunkt wird aber auch die Vorstellung des „Gastlandes“ Paraguay sein. Das Binnenland im Herzen von Südamerika, ein Land von Hügeln und Ebenen, mit vielen Flüssen und Wasserfällen und einer Vielfalt an Pflanzen und Tieren bezaubert. Erzählt wird auch über das Leben der Frauen in diesem Land.