Präsident Roman Habrik vermisst - parteipolitisch gesehen - die Frauen in der FDP: "Seid ich Präsident der FDP Wil bin, ist noch keine Frau der FDP beigetreten."
Der FDP--Fraktionschef im Wiler Gemeindeparlament, Norbert Hodel, versprach den Parteifreunden, dass die FDP-Fraktion auch zukünftig die städtischen Finanzen "scharf im Auge" behalten wolle.
FDP will vermehrt Frauen ansprechen Die FDP Ortspartei sieht ihre Politik durch die Abstimmungsresultate zwar bestätigt, aber Frauen müssten verstärkt einbezogen werden.
27.02.2007, Christof Lampart „Die FDP Wil hat noch ein grosses Potential bei den bürgerlichen Wählern – das es bei den kommenden Kantons- und Gemeindeparlamentswahlen auszuschöpfen gilt“, erklärte FDP-Ortsparteipräsident Roman Habrik. Dies tat er im Rahmen der FDP-Mitgliederversammlung, welche am Montagabend im Beisein von 21 Freisinnigen im Wiler Hof über die Bühne ging.Mit Daniel Wessner und Adrian Bachmann wurde zwei neue Mitglieder in die Parteileitung gewählt.
Der Freisinn, dies hätten die Abstimmungen der letzten zwölf Monate gezeigt, treffe mit fast all seinen Abstimmungsparolen den Nerv der Bevölkerung.
Erklärte Bürgerliche ansprechen „Bis auf die Vorlage zu den Kinderzulagen haben die Wiler genau so gestimmt, wie wir uns das erhofft haben“, so Habrik. Dies könne keine andere Partei von sich behaupten, ergänzte der Präsident. Dies bestärke ihn in der Auffassung, dass die FDP bei den nächsten Wahlen vor allem um wankelmütige Wähler der CVP und der SVP werben soll.
„Wir müssen mit unserer Politik erklärte Bürgerliche ansprechen, die am ausgeprägt national-konservativen SVP-Kurs das Liberale vermissen – und von einer bürgerlichen Politik mehr verlangen, als simple Schuldzuweisungen an den politischen Gegner.“
Mehr um Frauen werben Diese Strategie sei vielversprechend, so Habrik, da Untersuchungen der Wahlen zwischen 1987 und 2003 ergeben hätten, dass die Bereitschaft, eine andere Partei zu wählen, zwar zugenommen habe – aber nur innerhalb des eigentlichen Lagers. „In diesem Zeitraum ist der Wähleranteil jener Parteien, die rechts von der Mitte politisieren konstant auf 63 Prozent geblieben“, so Habrik.
Der Präsident betonte, dass dieses Vorhaben voraussichtlich nicht leicht zu erreichen werde, zumal die bis dato sehr männerlastigen Listen viele Frauen abschreckten. Wie unattraktiv eine starke FDP für das schwache Geschlecht zu sein scheint, zeigt eine andere Tatsache, die Habrik erwähnte: „Seit ich hier Präsident bin, also seit dem April 2005, ist keine Frau der FDP beigetreten. Das heisst also, dass wir hier etwas falsch machen.“
Mit anderen Parteien zusammenspannen Neue Wege gelte es auch bei den Anlässen einzuschlagen. Die Zeiten, als parteiinterne Anlässe auf grosse Resonanz stiessen, seien passé. Nachdem bereits im letzten Jahr der Velo-Ausflug gestrichen wurde, mussten im 2006 die Polit-Treffs aus dem Programm genommen werden.
Grösseres Gewicht erhielten hingegen überparteiliche Anlässe, wie es der erste Anlass der Reihe „Christentum und Islam“ mit über 500 Personen gezeigt habe. Er habe deshalb an die anderen Parteipräsidenten geschrieben, ob sie diesbezüglich zu einer Zusammenarbeit bereit seien“, erklärte Habrik.
Hodel: Gespannt auf Erklärung In seinem Jahresbericht des Fraktionspräsidenten berichtete Norbert Hodel vom vergeblichen Versuch der FDP, im Gemeindeparlament eine Steuerfusssenkung um drei Prozent durch zu bringen.
„Ich bin jetzt schon gespannt, wie der Stadtpräsident in den nächsten Wochen der Bürgerschaft den erwarteten überaus grossen Überschuss für das Jahr 2006 erklären will, ohne dass er ihnen konkret sagen kann, dass auch sie – in Form von Steuersenkungen – etwas davon haben werden“, so Hodel.
Zwei neue Parteiratsmitglieder Die Jahresrechnung 2006 der Ortspartei wurde bei einem Überschuss von 1200 Franken ebenso einstimmig genehmigt, wie die Beibehaltung des Jahresbeiträge (Einzelpersonen 80, Paare 120 Franken). Einstimmig erfolgte auch die Wahl von Daniel Wessner und Adrian Bachmann in die Parteileitung.
Szenenapplaus von Deutschen
Neo-Parteileitungsmitglied und Wirtschaftsförderer Daniel Wessner hielt im Anschluss an die offiziellen Traktanden ein Referat über die Wirtschaftsförderung im Kanton St. Gallen. Durch Mithilfe der Wirtschaftsförderung konnten im 2006 39 Unternehmen im Kanton St. Gallen angesiedelt werden. Der Kanton habe vor allem in Deutschland einen guten Ruf.
„Wenn ich deutschen Unternehmern an Informations- Veranstaltungen sage, dass wir in der Schweiz keine Betriebsräte kennen“, so Wessner, „erhalte ich Szenenapplaus. Und wenn ich sage, dass in betrieblichen Notlagen den Mitarbeitern innerhalb von drei Monaten gekündigt werden kann, bekommen viele glänzende Augen“.
Die Bodensee-Gegend werde von vielen als sehr attraktiv eingestuft – sowohl der Lebensqualität als auch der Verkehrsanbindungen und des verfügbaren qualifizierten Personals wegen.
Adrian Bachmann wurde neu in die Ortsparteileitung gewählt.
Wirtschaftsförderer und Neo-Parteileitungsmitglied Daniel Wessner: "Wenn ich in Deutschland den Unternehmern erzähle, dass wir keine Betriebsräte haben, bekommen die glänzende Augen."