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Mit bezaubernden, seidigen Klang
Die Musikschule Wil lud zum Kammermusikkonzert ein, drei Musiklehrer gaben dem Komponisten Max Reger die Ehre.
03.03.2007, Christof Lampart
Was die drei zu einem namenlosen Trio vereinten Lehrer der Musikschule Wil am Donnerstagabend in der Aula Lindenhof boten war ein ebenso anspruchsvolles wie anregendes Konzert, das dazu angetan war, die eigenen Hörgewohnheiten zu hinterfragen.
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| Sie erfreuten das Publikum mit einem anspruchsvollen und nichtsdestotrotz auch unterhaltsamen Kammermusik- Abend, v.l.n.r.: Daniel Covini (Querflöte), Johannes Pfister (Violine)und Otto Horsch (Viola). |
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Denn das, was Daniel Covini (Flöte), Johannes Pfister (Violine) und Otto Horsch (Viola) den rund 30 Musikbegeisterten boten, die sich trotz garstigem Schmuddelwetter nicht vom Kommen abhalten liessen, war, zumindest zur Hälfte, eine echte Herausforderung für Gehör und Gemüt. Denn die Kompositionen Max Regers haben es, auch über 90 Jahre nach seinem Tod, bei der „klassischen“ Zuhörerschaft nicht leicht, gelten die Werke doch nicht nur als schwierig, sondern sie sind es auch.
Auch in seiner „Serenade für Flöte, Violine und Viola in D-dur, op. 77a“ weitet Reger (1873 bis 1916) die Tonalität extrem aus und verschafft somit Aufführenden wie Zuhörenden eine klangliche „Basis“, die in ihrer Stabilität eher dem Seil eines Seiltänzers, denn dem Fundament eines Hauses gleicht.
Verinnerlichte Schlichtheit Das Trio setzte diesen spannungsgeladenen Zustand in eine schlüssige Interpretation um. Dies fiel um so leichter, als das Werk, ästhetische gesehen, fast ein wenig atypisch für Reger ist. Denn das Trio beschwor ein graziöses Spiel von hohem klanglichem Reiz herauf, das zuweilen typisch klassische Tonfälle herauf beschwor, die an manchen Stellen gar an die geniale Leichtigkeit Mozarts gemahnten. Das verwirrte ein wenig und – machte neugierig. Und so folgte man staunend einem fast volkstümlichen Werk.
Den Musikern war anzumerken, dass sie schon häufig miteinander musiziert haben. Die Übergänge waren präzis und doch subtil gestaltet, so dass das Publikum in den Genuss eines Vortrages kam, dass von transparenter Durchsichtigkeit und von verinnerlichter Schlichtheit geprägt war. Das anschliessende „Rondeau Allegro“ aus Mozarts „Duett für Violine und Viola in G-dur, KV 427) wirkte somit nicht primär als Gegensatz zu Reger, wie man dies vielleicht im Vorfeld hätte erwarten können, ja sogar müssen, sondern als passende stilistische und ästhetische musikalische Ergänzung
Stück mit „Brüchen“ Nicht ganz in dieses Muster passte das „Lento“ aus der „Sonate pour flute seule“ von Edison Desinov (1929 bis 1996), mit welchem Daniel Covini sein solistisches Können unter Beweis stellte. Es war ein getragenes Stück einigen Brüchen und somit Musik, welche die Zuhörerschaft im wahrsten Sinne des Wortes immer wieder aufhorchen liess. Sich Einlullen lassen ging nicht, da es Covini sehr gut verstand die im Stück innewohnende Spannung in den Konzertraum zu holen und für das Publikum nachvollziehbar zu machen.
Als letztes Werk stand schliesslich wieder das Zusammenspiel aller und ein bekannteres Werk auf dem Programm, nämlich Ludwig van Beethovens „Serenade für Flöte, Violione und Viola in D-dur, op. 25“. Es entpuppte sich als ein von der musikalischen Richtung und dem atmosphärischen Charakter her „leichtes“ Stück. Gerade so, wie es sich für eine divertimentohafte Freiluftmusik wie es eine Serenade nun mal ist, „gehört“. Das Trio spielte klar und konzentriert, und wartete mit einem bezaubernden, seidigen Klang auf.
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