Standing Ovations f�r alle
Die Wiler �Nabucco�-Auff�hrung erf�llte alle Erwartungen, ein schwieriges Unterfangen wurde erfolgreich gemeistert.Mit der Auff�hrung
von Verdis �Nabucco� ist der Theatergesellschaft Wil ein grosser Wurf gelungen. Stets pr�sente Solisten, ein begeisternder Chor und eine gl�nzende Inszenierung, welche subtil auf die musikalische und
textliche Vorlage einging, pr�gten den Abend. Wen man auch am Samstag nach der Premiere fragte � es war kein einziges negatives Wort zu h�ren. Und das nicht aus �bertriebener H�flichkeit.
Vielmehr gelang es dem Ensemble unter der Leitung von Regisseurin Monika Wild und Dirigent Kurt Pius Koller eine Gesamtleistung zu erbringen, die sich wohl im Vorfeld viele erhofft, jedoch als Aussenstehende
als kaum realisierbar erachtet hatten. Denn �Nabucco� ist ja nicht einfach eine x-beliebige Komposition, sondern ein Werk, das jedes einigermassen ambitionierte Opernhaus auf der Welt schon mal auf dem
Programm hatte. Es galt also f�r die Wiler vor dem Auditorium im Vergleich mit den Gr�ssten des Opernfaches zu treten. Ein schwieriges Unterfangen, welches zu einem guten Ende gef�hrt wurde. Siehe auch:
Wiler Theatergesellschaft setzt Akzente: Sehr gute Solisten Denn die Wiler Theaterfreunde waren sich von Anfang an bewusst,
dass �Nabucco� keine Halbheiten leiden mag. Die sorgf�ltige Besetzung der Hauptrollen mit ausw�rtigen Spitzenkr�ften, war ein Muss. Und wie es sich zeigte, wurde gut ausgew�hlt: Stefany-Maria Goretzko nahm
man die rach- und machts�chtige Abigail ohne mit der Wimper zu zucken ab. Ihr gutes Aussehen steigerte die Bosheit noch gekonnt ins D�monische. Und ihre Stimme � hochdramatisch und sicher in allen Lagen �
war ein Ereignis. Ivan Konsulov offenbarte als Nabucco weniger den herrschenden Impetus, denn den des leidenden K�nigs und Vaters. Ergreifend seine Darstellung als betender, gefangener K�nig, der die Rettung
der Tochter Fenena erfleht. Stimmgewaltig und schauspielerisch ganz auf seine Rolle eingestellt, pr�sentierte sich Alexander Trauner. Er war gewissermassen der �fleischgewordene� Fels, an dem
sich das Volk der Hebr�er wieder aufrichten konnte. �berzeugend agierten auch die Wiler Spitzenkr�fte in den Nebenrollen. Kurt Blank (Ismael), Nicole Bosshard (Fenena), Paul Mayer (Oberpriester), Anselm
Stieger (Abdallo) und Gaby Baumann (Rahel) zeigten sich ihrer Aufgaben mehr als gewachsen. Begeisternder Chor Und doch: als eigentliche Protagonisten dieses Abends entpuppte sich einmal
mehr der Chor der Theatergesellschaft Wil. Und das beileibe nicht nur stimmlich. Denn Regisseurin Monika Wild hat aus den Platzverh�ltnissen im Stadtsaal das Optimale f�r den Chor herausgeholt. Da das
Orchester im hinteren Bereich der B�hne aufgestellt war und vom szenischen Geschehen durch einen d�nnen Vorhang getrennt wurde, konnten die Ch�re die ganze B�hne beanspruchen und agierten somit ganz nahe am
Publikum, da ja kein �Orchestergraben� vorhanden war. Wild zeigte, dass sie es versteht, mit Massen umzugehen, indem sie jeder einzelnen Figur ihr individuelles Gepr�ge verleiht, ohne den Gesamteindruck
zu vernachl�ssigen. Die sehr subtile Personenf�hrung war insbesondere beim ber�hmten Gefangenenchor �Flieg, Gedanke, von Sehnsucht...� sp�rbar. Die im fahlen Mondlicht farblos wirkenden, zerlumpten
Israeliten breiteten sich stehend, liegend, sich gegenseitig st�tzend etc. auf der ganzen Fl�che aus, so dass das Gef�hl aufkam, hier einem historischen Schlachtengem�lde beizuwohnen. Jede Haltung wie in
Stein gemeisselt � und doch unwahrscheinlich stark und lebendig im Ausdruck. Gr�sstm�gliche Werktreue Diese Wahrhaftigkeit konnte jedoch nicht durch die Regie alleine entstehen. Diese entfaltet
sich im gegl�ckten Streben aller, nach einer gr�sstm�glichsten Werktreue. Hier wurde konsequent auf abstruse Regie-Ideen verzichtet, vielmehr darauf geachtet, dass Musik und Text in der Regie auch in
kleinsten Nuancen ihre Auspr�gungen fanden. Die kammermusikalische Klarheit, mit der Koller den Orchesterverein durch dieses hochdramatische Werk leitete, liess Solisten und Choristen gut zur Entfaltung
kommen, und war schlichtweg ein Erlebnis f�r sich. Dass durchwegs auf Deutsch gesungen wurde, war zu Beginn vielleicht ein wenig befremdlich, doch tat dies der dramatischen Qualit�t des Geschehens keinen
Abbruch. Hervorragend auch das B�hnenbild (Enrico Caspari), das zuerst den stilisierten Tempel Salomos, sp�ter dann die Stadtmauer Babylons zeigt. Dasselbe Pr�dikat durften auch Max Kaiser und
Judith Hentz f�r ihre historischen Kost�me beanspruchen, die sich wunderbar ins Gesamtbild integrierten. Siehe auch: Wiler Theatergesellschaft setzt Akzente: |