N a b u c c o  f e i e r t  P r e m i e r e         

 

 

Der fleischgewordene Fels im Oberpriester Zacharias (Alexander Trauner).

 

Ismael (Kurt Blank) umschw�rmt Fenena, die Tochter Nabucco�s.

 

Hervorragend der Rolle als herrische Herscherin gewachsen, Abigail in Stefany-Maria Goretzko.

 

Abdallo (Anselm Stieger) bespricht sich mit Nabucco.

 

Zwar hinter den Kulissen, Kurt Pius Koller hat sein Orchester bestens im Griff.

 

Immer wieder hervorragende Details, optimal pr�sentiert: Im Bild die Entfaltung der Schriftrolle.

 

Ein geschw�chter Nabucco im Dialog mit Abigail.

Hervorragend f�r die Wiler Theaterkultur
Nabucco l�sst sich nicht einfach als 57. Inszenierung der Wiler Theatergesellschaft einordnen. Vielmehr zeigt sich in der j�ngsten Auff�hrung eine grossartige qualitative Steigerung in allen Teilen.

Die erzwungene Herausforderung mit dem Wechsel in den r�umlich gr�sseren Stadtsaal wurde von den Verantwortlichen optimal wahrgenommen, ja hervorragend ausgewertet. Die St�ckwahl selbst mit dem grossen Chor liess die Regie mit Monika Wild wohl zu H�henfl�gen gelangen, eine einmalige Pr�sentation bieten zu k�nnen. Dankbar f�r die r�umliche Gr�sse d�rften auch die Mitglieder des Orchesters sein mit ihrem musikalischen Leiter Kurt Pius Koller.

Die �btestadt gelangt mit Nabucco in den n�chsten Monaten zu qualitativ h�chster Theaterkultur, was der baldigen Wiederer�ffnung des Musentempels Tonhalle �beraus gut tut. Wil findet gerade durch Nabucco auch �berregional verst�rkte Beachtung hinsichtlich kulturellen Schaffens, womit das Programm in der neu erstrahlenden Tonhalle seine Anh�ngerschaft vergr�ssern kann.

Gerade der bevorstehende �bergang von Verdi mit Nabucco zum bevorstehenden Mozartprogramm in der Tonhalle d�rfte seine Wirkung nicht verfehlen, das Publikum wird diesen Wechsel wohl aufmerksam aufnehmen. Gerade die kommende Zeit wird f�r die St�dter eine Herausforderung darstellen, ihre eigene Theaterkultur nicht nur als sch�ne Nebensache wahrzunehmen, sondern darin freudiges Erleben zu finden.
Niklaus Jung

 

Gl�cklich �ber die gelungene Premiere, Regieleiterin Monika Wild und der musikalische Leiter Kurt Pius Koller.

 
 

Christof Lampart/ Bilder: nj/ei.29.1.06

 

Nabucco pr�gte an der Premiere durch einen hervorragenden Gesamteindruck, Nabucco in in Ivan Konsulov, im Bild rechts mit Fenena (Nicole Bossard) pr�sentierte sich als idealisierte Vaterfigur.

Standing Ovations f�r alle
Die Wiler �Nabucco�-Auff�hrung erf�llte alle Erwartungen, ein schwieriges Unterfangen wurde erfolgreich gemeistert.

Mit der Auff�hrung von Verdis �Nabucco� ist der Theatergesellschaft Wil ein grosser Wurf gelungen. Stets pr�sente Solisten, ein begeisternder Chor und eine gl�nzende Inszenierung, welche subtil auf die musikalische und textliche Vorlage einging, pr�gten den Abend.

Wen man auch am Samstag nach der Premiere fragte � es war kein einziges negatives Wort zu h�ren. Und das nicht aus �bertriebener H�flichkeit. Vielmehr gelang es dem Ensemble unter der Leitung von Regisseurin Monika Wild und Dirigent Kurt Pius Koller eine Gesamtleistung zu erbringen, die sich wohl im Vorfeld viele erhofft, jedoch als Aussenstehende als kaum realisierbar erachtet hatten.

Denn �Nabucco� ist ja nicht einfach eine x-beliebige Komposition, sondern ein Werk, das jedes einigermassen ambitionierte Opernhaus auf der Welt schon mal auf dem Programm hatte. Es galt also f�r die Wiler vor dem Auditorium im Vergleich mit den Gr�ssten des Opernfaches zu treten. Ein schwieriges Unterfangen, welches zu einem guten Ende gef�hrt wurde.
Siehe auch:

Wiler Theatergesellschaft setzt Akzente:

Sehr gute Solisten
Denn die Wiler Theaterfreunde waren sich von Anfang an bewusst, dass �Nabucco� keine Halbheiten leiden mag. Die sorgf�ltige Besetzung der Hauptrollen mit ausw�rtigen Spitzenkr�ften, war ein Muss. Und wie es sich zeigte, wurde gut ausgew�hlt: Stefany-Maria Goretzko nahm man die rach- und machts�chtige Abigail ohne mit der Wimper zu zucken ab.

Ihr gutes Aussehen steigerte die Bosheit noch gekonnt ins D�monische. Und ihre Stimme � hochdramatisch und sicher in allen Lagen � war ein Ereignis. Ivan Konsulov offenbarte als Nabucco weniger den herrschenden Impetus, denn den des leidenden K�nigs und Vaters. Ergreifend seine Darstellung als betender, gefangener K�nig, der die Rettung der Tochter Fenena erfleht.

Stimmgewaltig und schauspielerisch ganz auf seine Rolle eingestellt, pr�sentierte sich Alexander Trauner. Er war gewissermassen der �fleischgewordene� Fels, an dem sich das Volk der Hebr�er wieder aufrichten konnte. �berzeugend agierten auch die Wiler Spitzenkr�fte in den Nebenrollen. Kurt Blank (Ismael), Nicole Bosshard (Fenena), Paul Mayer (Oberpriester), Anselm Stieger  (Abdallo) und Gaby Baumann (Rahel) zeigten sich ihrer Aufgaben mehr als gewachsen.

Begeisternder Chor
Und doch: als eigentliche Protagonisten dieses Abends entpuppte sich einmal mehr der Chor der Theatergesellschaft Wil. Und das beileibe nicht nur stimmlich. Denn Regisseurin Monika Wild hat aus den Platzverh�ltnissen im Stadtsaal das Optimale f�r den Chor herausgeholt. Da das Orchester im hinteren Bereich der B�hne aufgestellt war und vom szenischen Geschehen durch einen d�nnen Vorhang getrennt wurde, konnten die Ch�re die ganze B�hne beanspruchen und agierten somit ganz nahe am Publikum, da ja kein �Orchestergraben� vorhanden war.

Wild zeigte, dass sie es versteht, mit Massen umzugehen, indem sie jeder einzelnen Figur ihr individuelles Gepr�ge verleiht, ohne den Gesamteindruck zu vernachl�ssigen. Die sehr subtile Personenf�hrung war insbesondere beim ber�hmten Gefangenenchor �Flieg, Gedanke, von Sehnsucht...� sp�rbar. Die im fahlen Mondlicht farblos wirkenden, zerlumpten Israeliten breiteten sich stehend, liegend, sich gegenseitig st�tzend etc. auf der ganzen Fl�che aus, so dass das Gef�hl aufkam, hier einem historischen Schlachtengem�lde beizuwohnen. Jede Haltung wie in Stein gemeisselt � und doch unwahrscheinlich stark und lebendig im Ausdruck.

Gr�sstm�gliche Werktreue
Diese Wahrhaftigkeit konnte jedoch nicht durch die Regie alleine entstehen. Diese entfaltet sich im gegl�ckten Streben aller, nach einer gr�sstm�glichsten Werktreue. Hier wurde konsequent auf abstruse Regie-Ideen verzichtet, vielmehr darauf geachtet, dass Musik und Text in der Regie auch in kleinsten Nuancen ihre Auspr�gungen fanden.

Die kammermusikalische Klarheit, mit der Koller den Orchesterverein durch dieses hochdramatische Werk leitete, liess Solisten und Choristen gut zur Entfaltung kommen, und war schlichtweg ein Erlebnis f�r sich. Dass durchwegs auf Deutsch gesungen wurde, war zu Beginn vielleicht ein wenig befremdlich, doch tat dies der dramatischen Qualit�t des Geschehens keinen Abbruch. 

Hervorragend auch das B�hnenbild (Enrico Caspari), das zuerst den stilisierten Tempel Salomos, sp�ter dann die Stadtmauer Babylons zeigt. Dasselbe Pr�dikat durften auch Max Kaiser und Judith Hentz f�r ihre historischen Kost�me beanspruchen, die sich wunderbar ins Gesamtbild integrierten.  

Siehe auch:

Wiler Theatergesellschaft setzt Akzente:
 

 

Hervorragende Auftritte bei den Priestern wie den Frauen von Babylon.

 

Das Bild pr�gten auch die Wachsoldaten. Rechts: Zacharias wird von den W�chtern zur�ckgehalten.

 

Majest�tischer Auftritt auch seitens Fenena (links). Rechts: Grimmiger Auftritt der Scharfrichter.

 

Hervorragend, die sich gegenseitig st�tzenden Frauen beim Gefangenenchor. Rechts in zerlumpten Kleidern die m�nnlichen Gefangenen.

 

Nabucco k�mpft, aber geduldig bleibend, gegen die herrische Stieftochter Abigail. Rechts: Fenena bei einem der grossartigen gesanglichen Auftritt.

 

Links: Elena mit Ismael tr�sten sich gegenseitig. Mitte: Ein Jedes der Kost�me wurde auf dessen DarstellerIn hergestellt. Rechts: Ein Blick hinter die B�hne, wo trotz Stadtsaal bei grossen Auftritten Gedr�nge herrschte.

 

Hochkar�tig agierend, das Orchester in Aktion. Ein gl�cklicher Kurt Pius Koller empf�ngt mit den Darstellern den Aplaus des Publikums.

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