Cornelia Forrer, 02.10.2007
Musikalische Zugabe erklatscht Der Sonntagsgottesdienst in Jonschwil stand im Zeichen des Erntedankes und Feierns.
Gerade üblich ist es nicht. Doch die Jonschwiler Gottesdienstgäste wollten am Sonntag ihren Kirchenchor nicht ohne Zugabe ziehen lassen. Die volkstümlichen Klänge unterstrichen den Erntedank eindrücklich. Klarinetten, Hackbrett, Klavier und Bass sind Instrumente, die sich für einen Erntedankgottesdienst ganz besonders eignen. Und wenn sich die wunderbaren Klänge der Instrumente mit jenen des Chores und der Jodlerinnen vermischen, dann wird es ganz besonders festlich. Die Jonschwiler Gottesdienstbesucher kamen deshalb am Sonntag in den Genuss eines krönenden Höhepunktes im katholischen Kirchenjahr.
Praller Erntereichtum Farben, Formen, Gemüse und Früchte wurden zum Erntedank im Chorraum aufgestapelt und zeugten anschaulich vom grossen Reichtum, den uns unsere Erde immer wieder schenkt. In diesem Jahr sind die Früchte, trotz Feuerbrandes, besonders üppig und zahlreich ausgefallen. Vor dem Segnen dankte der Pfarrer denn auch für diesen Reichtum.
„Der Herr ist mein Hirte. Mir wird nichts mangeln“; wurde als erste Lesung aus Psalm 23 zitiert. Denselben Text in Schweizerdeutsch sang darauf der Chor. Wie glücklich könne man sein, in unserer Heimat von Umweltkatastrophen verschont worden zu sein, sagte Diakon Peter Schwager. Anlässlich eines Besuches in Bettenau habe ihm zwar ein Bauer mit Tränen in den Augen von den feuerbrandgeschädigten Bäumen erzählt, die er habe roden müssen. TV-Sendungen hätten von hektarenumfassenden Rodungen im Thurgauischen berichtet und von Unwettern im Bernischen.
Denke man aber an die Dritte Welt, sei man in der Schweiz doch sicher und müsse nicht Hunger leiden. Gerade auch deshalb, gelte es für unseren Erntereichtum dankbar zu sein. Ein Apfel alleine ersetze eine Apotheke, und das Fleisch gelte als Symbol des Lebens. Der Erntedanktag sei denn auch immer ein Tag, um für das Leben selbst zu danken.
Reich beschenkt Wer dankbar zu sein verstehe, sei ausgeglichener und zufriedener. Dank fördere letztlich die Gesundheit und eine positive Lebenseinstellung. Dies wiederum wirke sich direkt auf den Körper und den Geist aus, so Schwager. Positiv auf Wohlbefinden und Empfinden wirkt sich auch die Musik aus: Schon darum wohl trafen die Melodien mit den sinnvollen Texten aus der Toggenburger Messe des Mogelsbergers Peter Roth beim Publikum mitten ins Herz.
Einfache und lebensnahe Worte spiegeln kindlich-religiöse Erfahrungen. Schlichte und doch anspruchsvolle Melodien berühren. Teils volkstümlich und schlicht, bespickt mit tief religiösem und inhaltreichem Wortlaut, sind sie. „I glaube und vertraue dem Gott, wo Himmel und Erde gschaffe hät. Wo jede Stei und jedes Gras und jede Bach und jede Baum, wo jedes Tier und jede Mensch und alls wo läbt mit Sinn erfüllt“, sang der Kirchenchor St. Martin in ergreifender Art. Die Texte alleine schon werteten den Erntedanksonntag zu einem Freudentag auf. Zu einem Fest gehören auch oft Geschenke. Die Jonschwiler Gottesdienstgäste wurden mit Most gestärk und einem Apfel als Geschenk auf den sonntäglichen Heimweg geschickt.
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