An der Oberstufe Sonnenhof in Wil herrscht für eine Woche Stadtleben. Alle drei Jahre verwandelt sich das Schulhaus Sonnenhof lebensnah in eine Stadt. Eine gewählte Stadtregierung ist für die Stadtführung verantwortlich. Das Stadtleben organisiert sich mittels Geschäften von Schülern betrieben, die weiteren Schüler bilden die Bürgerschaft. Ohne Geld geht auch in Maluna nichts, was eine eigentliche Bank für Kredite und Geldgeschäfte nötig macht. Nebst Beizli können auch Fitness- und Freizeitangebote gebucht werden. Täglich ist die Erwachsenenwelt zu gewissen Stunden eingeladen, für die Geschäfte eine wichtige Einnahmequelle. Es ist bereits die 6. Auflage einer Schulstadt an der Oberstufe Sonnenhof. Am Dienstagvormittag gab Stadtpräsident Lucas Osterwalder eine Pressekonferenz für die Medien, verbunden mit einer Führung durch die Stadt. Die Projektleitung obliegt den beiden Lehrkräften Alexsandra Hitz und Mischa Eugster. Sie gaben im Gespräch zu verstehen, dass ihre Hauptaufgabe in der Vorbereitung gelegen hat. Bereits im Herbst hätten sie mit den Schülern den Namen der Stadt festgelegt und im Dezember sei der Stadtrat demokratisch aus einer grösseren Zahl Bewerber gewählt worden. In der laufenden Woche gelte ihre Aufgabe der Beobachtung. Eingreifen wollten sie nur auf Rückfrage seitens der Stadtregierung.

Stadt mit eigenen Gesetzen und eigener Währung
In das Projekt der Kleinstadt Maluna sind alle 160 Schülerinnen und Schüler einbezogen, zusammen mit den Lehrkräften. Die Stadt besitzt eine eigene Regierung und muss sich wirtschaftlich selber über Wasser halten. Dazu besteht die Möglichkeit für einen Geschäftsaufbau. Mit einem Kredit von der Stadtbank ist eine Starthilfe geboten. Alles läuft mit der eigenen Währung, den Solido-Scheinen. In der Stadt finden sich Dienstleister, Handwerker, Beamte, Künstler, Journalisten, Köche usw. Für das Stadtleben stehen sämtliche Schulzimmer des Schulhauses zur Verfügung. Der Stadtrat hat sich angeblich ausbedungen, sich im Lehrerzimmer einrichten zu können.

Die Zielsetzungen sind vielfach angelegt. Grundsätzlich geht es darum, die Jugendlichen mit den Herausforderungen im Stadtleben, den Höhen und Tiefen zu konfrontieren. Sie sollen klassenübergreifend Gemeinschaft erleben und bestmögliche Eigenaktivität entwickeln. Gefordert sind auch Anpassungsfähigkeit und Toleranz. Nicht zuletzt muss in dieser Stadt auch auf die Einhaltung der Spielregeln geachtet werden.

Jeder Schüler ist Bürger dieser Stadt
Mittels Pass ist der Zugang zur Stadt überwacht. Während einzelne Schüler als selbständige Unternehmer agieren, können andere sich in diesen Unternehmen anstellen lassen. Alles läuft wie im normalen Leben ab. Wer arbeitet erhält einen Lohn. Der Unternehmer verdient beim Verkauf seiner Produkte. Es gibt auch Verpflegungsmöglichkeiten und Freizeitangebote.

Für geordnete Abläufe gibt es in Maluna ein Finanzamt, eine Einwohnerkontrolle, Arbeitsamt, Polizei und Zoll. Auch gibt es Bau- und Umweltverantwortliche. Die Abläufe überwacht der Stadtrat. Den sechs Mitgliedern sind entsprechende Ressorts zugeordnet.

Das Stadtleben nimmt Formen an
Das Stadtleben ist am zweiten Tag nun so richtig angelaufen. Die einzelnen Posten sind besetzt und die Inhaber wissen gut Bescheid über ihre Möglichkeiten. Beim Rundgang wies der Stadtpräsident darauf hin, dass der Stadtrat in täglichen Sitzungen den Verlauf bespricht. Tagsüber sind die Stadträte immer auch per Funk untereinander erreichbar. Für Hinweise an die Stadtbürger steht auch eine Lautsprecheranlage zur Verfügung. Es kann auch einmal zu einer Vollversammlung aufgerufen werden, informierte der Stadtpräsident zu den Kommunikationsmöglichkeiten..

Auf ein erweitertes Stadtleben freuen sich die Jugendlichen täglich mit dem Besuch ihrer Eltern und Bekannten. Die verschiedenen Geschäftsinhaber erhoffen sich auch gute Geschäfte von den Erwachsenen, um den anfangs eingeholten Kredit zurück zahlen zu können.